Garrel - Plattdeutsch spricht Ann-Christin Dieker bislang nur wenig. „Nur ein paar Floskeln“, sagt die 17-jährige Garrelerin. Verstehen sei aber kein Problem. Zuhause wird schließlich auch Plattdeutsch gesprochen – nur halt nicht mit den Kindern.
Seit einigen Wochen aber bekommt Ann-Christin Dieker einen Schnellkursus in Plattdeutsch. Sie ist das jüngste Mitglieder der Garreler Spälkoppel des Gemeindejugendrings und steht in diesem Jahr erstmals mit der Spälkoppel auf der Bühne. „Die ist eine super Truppe“, berichtet die Garrelerin, die schon über einige Bühnenerfahrung verfügt.
Die Zwölftklässlerin hat am Cloppenburger Liebfrauen-Gymnasium den Kursus „Darstellendes Spiel“ gewählt und mit ihm gemeinsam ein eigenes Stück auf die Bühne gebracht, „Der rechte Weg“ – „etwas ganz anderes als das, was wir jetzt spielen“, berichtet sie.
Im neuen Stück der Garreler Spälkoppel spielt sie einen „heißen Feger“, Beate von Brabrinke, die Chauffeurin, die gleich mit zwei Männern anbändelt. Entsprechend gewagt wird wohl die Kostümauswahl ausfallen – „kein Problem“, sagt Ann-Christin Dieker. Vor allem im dritten Akt kommt ihre Rolle zum Tragen.
Die langjährige Regisseurin der Gruppe, Inge Deeken, hatte Ann-Christin Dieker gefragt, ob sie mitspielen möchte. Die Rolle der jungen feschen Chauffeurin galt es noch zu besetzten. Theaterspielen bei der Spälkoppel? „Kann ich nur jedem empfehlen, das ist toll“, freut sich die 17-Jährige über das Engagement. Und die Spälkoppel könne junge Schauspieler gut gebrauchen. Auch wenn man kein Platt spricht: „Das kann man lernen.“
Derzeit finden noch die Leseproben statt, die Aufführungen (s. Infobox) liegen dann exakt in der Zeit, in der Ann-Christin Dieker das Abitur schreiben muss. Befürchtung, von dem zusätzlichen Engagement zu sehr in Anspruch genommen zu werden, hat sie nicht. Nur die After-Show-Party nach den Aufführungen müsse dann wohl ausfallen.
Der Schritt auf die Bühne flößt ihr schon Respekt ein. „Ich bin schon nervös davor“, sagt die Garrelerin. Zum Lampenfieber trägt bei, dass sie plattdeutsch sprechen muss. „Wenn man aber erst einmal vorne steht, dann verfliegt die Nervosität ganz schnell.“
Abwechslung zum Schulalltag und Theaterspielen bringt der Fußball. Sie spielt in der Damenmannschaft des BV Garrel in der Innenverteidigung.
