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Theater Vier Darsteller schlüpfen in 14 Rollen

Christine Henze

FRAGE:

Das Theater Naumburg gastiert mit der Inszenierung „Der Name der Rose” demnächst in der Huder Klosterruine – wie sind Sie auf diesen Aufführungsort gekommen?

SCHUBERT

: Der Aufführungsort ist eigentlich auf uns gekommen. Ich habe das Theaterstück im letzten Jahr als Sommertheaterproduktion des Theaters Naumburg im Marientor, einer mittelalterlichen Toranlage in Naumburg, inszeniert. Dafür war die Inszenierung auch genau zugeschnitten. Der Huder Kulturverein Impuls wurde auf die Aufführung aufmerksam und trat mit dem Wunsch an die Intendantin, Dr. Susanne Schulz, heran, die Aufführung „Der Name der Rose“ in der Huder Klosterruine gastieren zu lassen. Nachdem Bühnenbildner Andreas Becker und ich zur Besichtigung vor Ort waren, sagte Frau Dr. Schulz dem Kulturverein zu. Die Vorbereitungen des Gastspiels laufen also schon seit einem Dreivierteljahr.

FRAGE:

Wie laufen die Vorbereitungen für die Aufführungen nun aktuell?

SCHUBERT

: Wir stecken jetzt den dritten Tag in den Wiederaufnahmeproben und am kommenden Dienstag werden wir nach Hude reisen, um die restlichen Tage das Stück unmittelbar vor Ort zu proben. Die Darsteller spielen zum Teil viele verschiedene Rollen und haben häufig schnelle Umzüge. Wir müssen vor Ort Wege und Gegebenheiten dem für uns neuen Terrain anpassen.

FRAGE:

Muss das gesamte Theater Naumburg nach Hude reisen? Wie groß ist der organisatorische Aufwand für Sie?

SCHUBERT

: Das Theater Naumburg ist ein sehr kleines Haus, das kleinste Stadttheater Deutschlands. Es fahren zwei Techniker, die vier Darsteller, der Bühnenbildner und ich mit. Und am Sonnabend wird sich Intendantin Susanne Schulz das Stück in Hude ansehen. Vor Ort erhalten wir außerdem auch vom Huder Kulturverein Unterstützung.

FRAGE:

Im Theaterstück schlüpfen vier Darsteller in 14 Rollen, wie funktioniert das?

SCHUBERT

: Das Ensemble des Naumburger Theaters setzt sich aus vier festen Darstellern – Daniela Gießler, Holger Vandrich, Tobias Weishaupt und Betty Wirtz – zusammen. Die Vier tragen das gesamte Stück. Es ist organisatorisch aufwendig, wenn man die schnellen Kostüm- und Szenenwechsel bedenkt. Eine der Darstellerinnen spielt beispielsweise fünf verschiedene Mönche. Zudem arbeiten wir mit Masken. Der Ketzer-Jäger Bernhard Gui und der blinde Seher Jorge von Burgos kommen als lebensgroßen Puppen daher, die unser Bühnenbildner angefertigt hat. Die Darsteller fungieren also auch als Puppenspieler. Die Schauspieler meistern in dieser Aufführung enorme Herausforderungen.

Jutta Schubert wurde 1959 in Wiesbaden geboren, wo sie inzwischen wieder lebt. Sie studierte Literatur- und Theaterwissenschaften und war Regieassistentin im Bochumer Ensemble und am Burgtheater Wien unter Claus Peymann. Seit 1990 arbeitet sie freiberuflich als Autorin und Regisseurin. Sie schreibt zahlreiche Theaterstücke, die auf in- und ausländischen Bühnen gespielt werden.

 @ Infos unter

http://www.schubert-jutta.de

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