Osnabrück - Kultur für alle verspricht das Projekt eines Osnabrücker Vereins. Mit der für einen Euro erhältlichen „Kukuk“ können bedürftige Menschen in der Stadt Veranstaltungen von inzwischen 42 Institutionen besuchen – zu einem Eintrittspreis von auch nur einem Euro. Kinder zahlen die Hälfte. Zu den unterstützenden Einrichtungen gehören die Museen der Stadt, Theater, Musikfestivals oder Konzerthallen.

Die „Kukuk“ (Kunst- und Kultur-Unterstützungskarte) gebe es seit dem 1. Februar, sagte Max Ciolek vom Verein „Kultur für Alle Osnabrück“. In den ersten sechs Monaten wurden nach seinen Angaben 750 „Kukuks“ ausgegeben.

Auch Hartz-IV-Empfänger gingen gern mal in ein Konzert, in Ausstellungen oder ins Theater, sagte Ciolek. „Wir merken das nicht nur an der zahlenmäßigen Resonanz, sondern auch daran, dass Menschen kommen und sich bedanken“, sagte der Musiker und Kommunikationsdesigner. Viele hätten erst durch „Kukuk“ wieder seit Jahren ein Konzert oder eine Theateraufführung erleben dürfen.

Im Gegensatz zu ähnlichen Angeboten in anderen Städten, die unter dem Stichwort „Kulturloge“ bekannt sind, stellen die teilnehmenden Institutionen keine Restkarten zur Verfügung, sondern bieten alle ihre Veranstaltungen den Karteninhabern zum Preis von einem Euro bzw. 50 Cent an.

Dieses System hätten sich die Osnabrücker in Frankfurt abgeschaut, sagt Ciolek. Der Vorteil: „Bei uns kann man relativ spontan überlegen, auf was habe ich heute Lust, wenn man die Karte hat.“ Wichtig sei auch, dass die Besucher wenigstens einen kleinen Eintrittspreis zahlen – das sei eine Art von Wertschätzung auch für die Kulturschaffenden.

Im Herbst soll das „Kukuk“-Projekt in die zweite Phase gehen. Dann sollen neben den Kulturveranstaltern auch Kulturtreibende mit ins Boot geholt werden, wie etwa Chöre und Tanzgruppen. Einen „großen Fisch“ habe der Verein da schon an Land gezogen, verrät Ciolek. „Die Musik- und Kunstschule wird ab September ihre Kurse öffnen.“ Kinder können sogar für einen Euro Einzelunterricht auf dem Instrument bekommen.