Ipwegermoor - Der 800 Meter lange Weg vom Birkenweg in Loyermoor zum Nabu-Gelände führt vorbei an der Wiese von Willy Martens, der gerade das Gras für die Exoten im Jaderberger Zoo mäht. „Das Heu muss nährstoffarm sein, so wie in Afrika, deshalb wird das Feld erst gemäht, wenn die Gräser am Halm schon getrocknet sind“, weiß Eckart Tardeck, Organisator des „Geo-Tages“ im Loyermoor.

Der Naturschutzbund (Nabu) Rastede, die BUND-Kreisgruppe Ammerland, der Rudi-Rotbein-Club des Nabu Ras­tede und die Agenda 21 Wiefelstede waren einem Aufruf der Zeitschrift „Geo“ zum „Tag der Vielfalt“ gefolgt. Alle Tiere und Pflanzen im Loyermoor sollten bestimmt werden.

„Das ist natürlich illusorisch, aber wir werden uns Mühe geben“, sagt Tardeck. „Ich sehe einen braunen Schmetterling“, ruft Eike Fiebig-Kroll unsichtbar aus dem Gebüsch. Es könnte der „Kleine Fuchs“ (Aglais urticae) gewesen sein, den sie sofort registriert.

Janik (6), Luk (6), Max (8) und Jan (9) stehen mit ihren Keschern „bewaffnet“ am Tümpel und versuchen, unter Wasser fündig zu werden. „Ich habe einen Wasserkäfer gefangen“, ruft Luk stolz. „Grundsätzlich gibt es in diesem Wasser nur sehr wenig Insekten, Wasserflöhe, Wasserkäfer und andere Kleinstlebewesen, und das ist gut so für ein Moorgebiet“, sagt Tardeck.

Gerold Lüerßen vom Rudi-Rotbein-Club des Nabu Ras­tede und Anne Janssen unterstützen die jungen Leute bei ihrer „Arbeit“. „So können wir die Jugend an die Natur heranführen“, sagt Lüerßen.

Rückenschwimmer, Libellenlarven und Co. landen bei Klaus Hinsch, stellvertretender Vorsitzender des Nabu Rastede auf dem Tisch, um mit bloßem Auge oder per Mikroskop bestimmt zu werden. „Die Libellen leben drei bis vier Jahre als Larve unter Wasser, um dann endlich an einem Grashalm am Ufer als hübsches farbenfrohes Wesen zu schlüpfen“, erzählt Hinsch den Kindern und Jugendlichen. „Allerdings entdecken häufig die Vögel diesen Vorgang und ,picken‘ die Larve vorher weg“, enttäuscht er so manchen Zuhörer. Hinsch ist immer wieder „begeistert“, welche Entdeckerlust plötzlich bei den jungen Menschen freigesetzt wird, sagt er.

Susanne Grube, die Leiterin der BUND-Kreisgruppe Ammerland, ist zuständig für die Pflanzenwelt. Allein sieben verschiedene Heidesorten haben die Kinder entdeckt, auch seltene Arten wie die Moosbeere und den Sumpfrosmarin, der zwar Ähnlichkeit mit dem aromatischen Gewürz der mediterranen Welt hat, aber jeglichen Duft vermissen lässt.

Insgesamt werden 27 moortypische Arten auf der Heidefläche entdeckt, die allesamt ordentlich erfasst werden. Ole Riemer (11) hat das Suchen der Pflanzenarten in der Heidefläche besonderen Spaß gemacht. „Die Besenheide und die Blaubeeren finde ich schön“, sagt der Schüler und verschwindet schnell wieder im Gebüsch. Janik hat mit seinem Kescher eine Libellenlarve „geangelt“ und eine Ente beim Brüten beobachten können. „Sie war an den Seiten Silber und hinten Weiß“, stellt er fest.