• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Tindersticks „Distractions“: Auch nach drei Jahrzehnten Freude am Experiment

23.02.2021

Oldenburg Es ist beileibe kein leichter Einstieg, den die britische Band „Tindersticks“ auf ihrem neuen Album wählt. Nur etwas mehr als ein Jahr nach dem begeistert aufgenommenen Vorgänger „No Treasure But Hope“ legen die Briten mit „Distractions“ ihre nächste Platte nach und liefern zum Auftakt einen elf-minütigen Song: „Man Alone (Can‘t Stop The Fadin‘)“.

An diesem dürften sich die Geister scheiden. Sänger Stuart A. Staples, nebenher auch regelmäßig auf Solopfaden in der Musikwelt unterwegs, führt den Hörer in diesem hypnotischen Klanggebilde durch eines der experimentellsten Stücke der langen Bandhistorie.

Das hat auch mit einem entschlossenen Griff zu fremdem Liedgut zu tun, denn im furiosen Mittelteil ziehen Staples und seine Mitstreiter in ihrem dritten Bandjahrzehnt den Hut vor unterschiedlichen musikalischen Vorbildern: „A Man Needs A Maid“, im Original von Neil Young, erfährt eine Neuinterpretation wie „Lady With The Braid“ von Dory Previn und „You’ll Have To Scream Louder“ von Television Personalities.

In Ruhe gereift

Den Kern des Originals bewahren und doch eigene Stärken unterbringen: Diese Qualität sollten Cover-Versionen liefern; den Tindersticks gelingt das in überzeugender Weise. Mit der Umsetzung befasste sich Staples im Einzelfall schon seit vielen Jahren, wie er bekundete. Die Wartezeit hat sich gelohnt.

Dieser starken Passage lässt die Band zum Abschluss noch zwei eigene Stücke folgen. Insbesondere „Tue-moi“ gerät dabei zum intensiven Hörerlebnis. Auf Französisch vorgetragen, befasst sich Staples, nur von einem Piano begleitet, mit dem Bataclan in Paris und den Anschlägen von 2015. Dort, wo bei einem Konzert viele Menschen ihr Leben ließen, waren auch die Tindersticks in der Vergangenheit zu Gast. „The Bough Bends“ beschließt das Album stimmig.

Ein experimenteller Einstieg, eine Verneigung vor anderen Musikern, frische eigene Ideen: Auf „Distractions“ erweisen sich die Tindersticks als höchst lebendige Band, die nun – wie so viele – darauf hofft, das neue Material bald auch wieder live präsentieren zu dürfen.

Unter Corona-Eindruck

Corona bringt aber nicht nur Tourpläne durcheinander, sondern wirkt sich auch auf das Komponieren von Musik aus. „Es ist ein Album, das in schwierigen Zeiten entstanden ist und in noch schwierigeren Zeiten erscheint“, sagt Sänger Staples. „Wir können den Effekt nicht ignorieren, den das auf die Entstehung hatte.“ Die Nachdenklichkeit ist in jeder Minute greifbar.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.