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NWZonline.de Nachrichten Kultur

LITERATUR: Toleranter Aufklärer und wunderbarer Erzähler

31.08.2006

KAIRO KAIRO - Er war nicht nur ein erfolgreicher Schriftsteller, sondern verstand es auch, zwischen arabischer und westlicher Welt zu vermitteln. „Nagib Mahfus war der einzige Ägypter, der den Osten perfekt mit dem Westen verbunden hat“, sagt sein Biograf Raymond Stock über den ägyptischen Autor, der gestern 94-jährig in seiner Heimatstadt Kairo gestorben ist.

Als bislang einziger arabischsprachiger Autor war Mahfus 1988 für sein Werk mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. Mit seinen Romanen und Kurzgeschichten wurde er Ägyptens berühmtester Intellektueller.

Mahfus wurde 1911 in Kairo geboren und begann bereits mit 17, literarische Texte zu schreiben. Nach seinem Philosophiestudium arbeitete er als Beamter. Unter anderem leitete er die Zensurbehörde sowie den Filmförderungsfonds. 1939 veröffentlichte er seinen ersten Roman, dem rund 50 Romane und Novellen folgen sollten.

Voraussetzung für seine Produktivität waren Disziplin und ein strenger Tagesplan. „Mahfus ging mit Menschen wie ein Ägypter und mit Zeit wie ein Deutscher um“, erzählt Stock.

Inspiration für seine Werke holte er sich in den vielen Cafés in seiner geliebten Heimatstadt Kairo. Noch wenige Wochen vor seinem Tod traf sich der gebrechliche Autor dort mit Freunden. Mitte Juli wurde Mahfus in ein Krankenhaus eingeliefert. Berühmt machte Mahfus seine Kairo-Trilogie. In den Romanen „Zwischen den Palästen“, „Palast der Sehnsucht“ und „Zuckergässchen“, die zwischen 1955 und 1957 veröffentlicht und später auch ins Deutsche übersetzt wurden, schilderte er die Geschichte von drei Generationen einer Kairoer Bürgerfamilie.

Kritik erntete der gemäßigte Moslem für seine Kritik am Islam in seinem Werk „Die Kinder unseres Viertels“. Die oberste islamische Instanz in Ägypten verbot das Buch. In den 80er-Jahren sprachen Fundamentalisten ein Todesurteil über Mahfus, weil dieser sich mit dem Roman der Blasphemie schuldig gemacht habe. Ein Messerattentat 1994 überlebte er knapp.

Mahfus ließ sich nie beirren und vertraute stets auf Aufklärung und Toleranz. Bereits heute wird er mit militärischen Ehren beigesetzt.

Infos über seine Bücher: www.unionsverlag.com

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