Eckfleth - Die Nachbarschaft sei toll in Moorriem, schwärmt Siegfried Rönisch und ergänzt, dass das Leben auf dem Land doch viel besser sei als in der Stadt. Es sei für ihn ein Glücksfall gewesen, 1967 hierher gekommen zu sein. Die Menschen seien liebenswert und jederzeit hilfsbereit, fügt er an.
Siegfried Rönisch hat in Schlesien im Landkreis Brieg das Licht der Welt erblickt. Aufgewachsen ist er nach dem Zweiten Weltkrieg in Oldenburg. Im Oldenburger Jugendchor lernte er seine Frau Ingeborg kennen, mit der er 1967 zunächst eine Lehrerwohnung in Eckfleth bezog. Er hatte zuvor in Ostfriesland unterrichtet. Das Eigenheim in der Nähe der Moorriemer Grundschule wurde erst später selbst gebaut.
Von Anfang an engagierte sich die Familie Rönisch in Moorriem. „Man kann sich anstrengen im Leben, wie man will, aber man muss auch Glück haben“, erinnert sich Siegfried Rönisch an einen Ausspruch. Und das Glück fanden die Eheleute in ihrer neuen Heimat. Beim Sängerball, der damals noch groß gefeiert wurde, lernten sie viele Nachbarn und Gleichgesinnte kennen. Und wenig später stand eine Abordnung des Bardenflether Gesangsvereins auf dem Schulhof mit der Bitte, dass Siegfried Rönisch doch die Chorleitung übernehmen möge. Dem aktuellen Leiter sei es nicht länger zuzumuten, für die Übungsabende aus dem Ammerland anzureisen. Siegfried Rönisch sagte zu.
Auch Alfred Krummrei vom Gesangsverein Altenhuntorf, 1919 gegründet, fragte beim Neubürger an. Und er sagte zu. Beide Chöre sangen nur im Winterhalbjahr von Mitte Oktober bis Ende März und veranstalteten zum Abschluss jeweils einen Sängerball. Da auch beide Chöre dringend Verstärkung brauchten, schlossen sich der Gemischte Chor Altenhuntorf und der Bardenflether Gesangverein im Januar 1999 zu einer Singgemeinschaft zusammen. Dass der Bardenflether Gesangsverein in diesem Jahr 150 Jahre alt wird, sei vielen nicht bewusst, merkt Siegfried Rönisch an.
Der 71-Jährige ist vielfach ehrenamtlich engagiert. Vor 25 Jahren hat er die Jagdhornbläsergruppe gegründet, er gab den Anstoß für die Tischtennis-Jugendgruppe im Turnverein, spielte dazu auch noch Volleyball, und betätigt sich seit Jahren im Kirchenrat. Der Lehrer für Mathematik und Biologie, der auch Musik gab, fühlt sich wohl in Moorriem. Mit anderen zusammen für die Menschen da zu sein, sei ein gutes Gefühl. Das habe er schon in der evangelischen Jugend erfahren. Und die Musik bereitet ihm nach wie vor Vergnügen und Ausgleich: „In einem Chor trifft man nur lauter nette Leute“, sagt Siegfried Rönisch.
