Ganderkesee - Ein kleiner Verstoß gegen die Faschings-Etikette war der größte emotionale Moment für den Prinzen: Als am Sonnabend der bunte Festwagen seines Heimatvereins TSV Grüppenbühren vor ihm stoppte, verließ Olaf I. kurz den Prinzenwagen – was er eigentlich nicht durfte, „aber ich hatte das mit dem Präsidium vorher abgesprochen.“ Gemeinsam mit seiner Prinzessin Anke II. ließ er sich von den TSV-Narren feiern und tanzte dann im Spalier der Garden zurück an seinen angestammten Platz.
Später, beim Betrachten der Bilder von seinem Abstecher, habe er „Gänsehaut-Gefühle“ bekommen, sagte Olaf Sievers am Montag beim Besuch der Prinzenpaare in der Ganderkeseer NWZ -Redaktion. Und auch Prinzessin Anke Hinderlich war beeindruckt vom Zusammenhalt des närrischen Volks in Grüppenbühren: „So eine tolle Dorfgemeinschaft!“ Das sei indes bei ihr in Immer nicht anders.
Auch mit zwei Tagen Abstand waren die Tollitäten noch überwältigt vom Erlebnis des Umzugs: „Fantastisch“ die Stimmung, „bombastisch“ die Festwagen und Kostüme. Auch unter den Zuschauern: „Ich habe noch nie so viele verkleidete Menschen beim Umzug gesehen“, sagte die faschingserfahrene Prinzessin.
Ebenso schwärmten die Kinderprinzen: Nils III. (Pleus) fand den Umzug „viel bunter als ich gedacht hatte.“ Kein Wunder, dass das farbenfrohe „Oben“-Motiv des TSV Grüppenbühren für ihn das schönste war. „Am meisten haben mich unsere Nachbarn begeistert“, bedankt sich Maja I. (Saalfeld) für den Schmuck an Haus und Straße. Auch sie begeisterte sich für den Umzug: „Der war so schön, aber leider auch so schnell vorbei.“
Alles vorbei ist am Aschermittwoch – was Ganderkesees Tollitäten bei aller närrischen Gefühlswallung auch ein bisschen erleichtert: „Privat ist viel liegengeblieben“, gestand Anke Hinderlich. Und Gastwirt Olaf Sievers ist „froh, wenn ich am Freitag endlich wieder Küchenluft schnuppern darf.“
