Vechta - Ein feines Stück Klassik hat das Ensemble Venezia Opera Festival seinem Vechtaer Publikum am Sonnabend mit Giacomo Puccinis im Januar 1900 uraufgeführter Oper „Tosca“ präsentiert. Für knapp drei Stunden, kaum beeinträchtigt durch Regen, entführten die Künstler auf der Bühne die etwa 600 freilichtbühnenmäßig ausgerüsteten Zuschauer in das bunte und mondäne Rom des 19. Jahrhunderts. Unterstützt wurden sie dabei von einem exakt auf die Inszenierung abgestimmten und durch seine Spielfreude überzeugenden Orchester unter der Leitung von Grigor Palikarov.

Beim 19. Open-Air im Innenhof der Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen, an der Propstei 10, drehte sich alles um Wolllust, Mordgier, Eifersucht und Verzweiflung. Diese Elemente bestimmten die Gefühlswelt der Protagonisten, die im historischen Ambiente überzeugten. Allen voran Elena Baramova (Sopran) als Floria Tosca. Ihr sängerisches Können war den Besuchern, unter denen sich viele Stammgäste der seit 1994 von der Stadt Vechta in Kooperation mit der JVA-Frauen angebotenen Veranstaltungsreihe befanden, spontanen Zwischenapplaus wert. Aber auch der von dem Bariton Alexander Krunev gegebene Polizeichef Baron Scarpia oder Stoyan Dakalaov (Tenor) als Maler Mario Cavaradossi und der Gefangene Cesare Angelotti (Deyan Varbanov, Bass) ließen den Abend zu einem musikalischen Erlebnis werden.

Am Sonntagabend folgte dann ein ganz anderes Musikereignis. Vor ausverkauftem Haus trat die A-Capella-Gruppe „Maybebop“ auf.

Übrigens: Wie bei den vorausgegangenen Open-Air-Ereignissen, so hatten die Inhaftierten auch diesmal die Möglichkeit, das Geschehen aus zum Innenhof gelegenen Räumen zu verfolgen. Viele inhaftierte Frauen nutzten dieses Angebot. Zudem erhielt die JVA – und auch das ist Tradition – von der Stadt Vechta einen finanziellen Beitrag für Projekte zu Gunsten der Gefangenen.