• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Trauer um den wahren König des Rock’n’Roll

20.03.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-03-20T05:18:59Z 280 158

Nachruf:
Trauer um den wahren König des Rock’n’Roll

St. Louis Ein neues Album, das erste seit fast 40 Jahren, war für 2017 angekündigt. „Dieses Album ist meiner geliebten Toddy gewidmet“, hatte Chuck Berry dazu kommentiert. Fast 70 Jahre war die Rock’n’Roll-Legende mit Themetta „Toddy“ Berry verheiratet. „Mein Darling. Ich werde alt. Ich habe lange an diesem Album gearbeitet. Jetzt kann ich meine Schuhe an den Nagel hängen.“

Aber Berry wird die Veröffentlichung des Albums nicht mehr erleben. Der oft als „Mr. Rock’n’Roll“ bezeichnete Musiker starb am Samstag (Ortszeit) im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Wentzville in der Nähe von St. Louis im US-Bundesstaat Missouri.

Immer bescheiden

Familie, Freunde, Fans, Kollegen und sogar frühere US-Präsidenten betrauerten den Tod des Musikers. „Hillary und ich lieben Chuck Berry, solange ich denken kann“, ließ Bill Clinton mitteilen. „Er hat unsere Füße in Bewegung gesetzt und Freude in unsere Herzen gebracht. Und währenddessen hat er unser Land und die Geschichte der Musik verändert.“

Literaturnobelpreisträger und Musikkollege Bob Dylan hatte schon vor einigen Jahren dem „Rolling Stone“ gesagt, dass Berry in seinem Universum „unersetzlich“ sei. Ähnlich formulierte es auch Soul-Musiker Stevie Wonder: „Es gibt nur einen wahren King des Rock’n’Roll. Sein Name ist Chuck Berry.“

Der 1926 in St. Louis geborene Afroamerikaner gab sich dagegen schon immer bescheiden. „Meine Sicht ist nach wie vor, dass ich all das Lob, das ich für meine Errungenschaften im Rock’n’Roll bekomme, nicht verdiene“, schrieb Berry in seiner Autobiografie. „Alles, was ich geschrieben habe, ist auch nicht über mich, sondern über die Menschen, die zuhören.“

Aber der Einfluss von Berry auf die Welt fetziger Gitarren-Riffs der 1950er, 60er und 70er Jahre lässt sich kaum bemessen. Bands wie die Beatles, Rolling Stones und Beach Boys wurden von ihm maßgeblich beeinflusst. Als einer der größten Songschreiber und besten Gitarristen seiner Zeit hat Berry den Rock’n’Roll und davon inspirierte Musikgenres nachhaltig beeinflusst. Elvis mag die bildhafte Ikone und das Sexsymbol des Genres gewesen sein, doch Berry verkörperte dessen Mentalität mit seinen Kompositionen.

Charles Edward Anderson Berry, genannt „Chuck“, wuchs im Kreis einer großen Familie auf und entwickelte bald ein Gespür für Dichtkunst und Blues. Er nahm jeden Gig mit, den er kriegen konnte, teils für 15 Dollar pro Nacht, und machte sich in der Clubszene von St. Louis einen Namen. Beeinflusst wurde er von Blues-Größen wie Nat King Cole und Muddy Waters.

Potenzial erkannt

Der Erfolg stellte sich schnell ein, als Berry 1956 den Hit „Roll Over Beethoven“ landete. „School Day“ und „Rock and Roll Music“ (beide 1957) sowie „Sweet Little Sixteen“ und sein wohl bekanntester Hit „Johnny B. Goode“ (beide 1958) folgten. Teenager und ländlich beeinflusste Hillbilly-Musiker aus dem Süden mochten Berrys Stil, und auch der zu der Zeit eher unbekannte Elvis erkannte das Potenzial und nahm Berrys Hit „Maybellene“ mit in seine Show auf. Musikalisch konnte der spätere „King“ Berry aber nie das Wasser reichen.

Den Grammy für sein Lebenswerk erhielt er im Jahr 1985, die Aufnahme in die Rock’n’Roll „Hall of Fame“ folgte im selben Jahr. Vielleicht hat es der Beatle John Lennon am besten zusammengefasst: „Wenn man Rock’n’Roll umbenennen wollte, müsste man ihn Chuck Berry nennen.“

Weitere Nachrichten:

Grammy Awards | The Beatles | Rolling Stones | Beach Boys