Das Stück „La dame blanche“ feiert am Sonnabend, 16. Mai, Premiere. Beginn der etwa dreistündigen Oper ist um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Oldenburg - Gut hundert Jahre lang, zwischen 1825 und Ende der 1920er Jahre, war die Opéra comique „La dame blanche“ des Franzosen François Adrien Boieldieu ein Hit, der um die Welt ging. „Ihre Mischung aus schottischer Schauerromantik und französischem Esprit traf den Nerv der Zeit“, erklärt Dramaturgin Annabelle Köhler den damaligen Erfolg. Das Oldenburgische Staatstheater will die heute nur noch selten gespielte Oper nun aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken. Am Sonnabend feiert „Die weiße Dame“ im Großen Haus Premiere.

Damit das einst gefeierte Werk im Jahr 2015 bestehen kann, hat Opernregisseurin Nadja Loschky sich eines Kniffs bedient: Sie hat die Dialoge, die wie die gesamte Oper ursprünglich in französischer Sprache verfasst sind, neu formuliert und zwar auf Deutsch. Sie sagt: „Die Handlung erschien uns zu verwirrend und glich einer Ermittlungsarbeit wie in einem Krimi. Also haben wir à la Agatha Christie zwei Kriminalkommissare erfunden, die den Fall der weißen Dame neu aufrollen.“

Die schaurig schöne, romantische Handlung spielt gegen Ende des Ersten Weltkrieges auf dem herrenlosen Schloss Avenel, das der zwielichtige Verwalter Gaveston an sich reißen will. Doch da taucht ein junger Offizier ohne Gedächtnis auf und obendrein erscheint die weiße Dame als Geist. „Wir wollen den Zauber der Geschichte erhalten“, sagt die Regisseurin: „Helden, Schurken, Geistererscheinungen und Grusel – all das hat uns gut gefallen.“ Mit feiner Ironie und Witz will die 32-Jährige „La dame blanche“ in Szene setzen.

Die Musik von Françoise Boieldieu, von der seinerzeit Komponisten wie Rossini, Verdi und Wagner schwärmten, bleibt dabei unangetastet. „Wunderschöne Champagnermusik“, beschreibt Nadja Loschky die Komposition und verspricht: „Freunde des virtuosen Gesangs kommen auf ihre Kosten.“ Dramaturgin Annabelle Köhler fügt hinzu: „Die Musik ist lyrisch, leise und verträumt. Dann aber auch wieder rasant mit großen Chören und Belcanto Arien.“ Vito Cristofaro obliegt die musikalische Leitung des Staatsorchesters, Thomas Bönisch zeichnet für den Opernchor verantwortlich.

Die beiden Schauspiel-Gäste Karla Trippel und Lucas Federhen spielen die Detektive Trippel und Dröge. Zu den Opernsolisten zählen Tomasz Wija, Valda Wilson, Nicola Amodio, Philipp Kapeller, Anna Avakian, Yulia Sokolik und Peter Kellner.