Ganderkesee - „Das ist live.“ – Moderator Gerrit Meyer brauchte am Sonntagvormittag nur drei Worte, um den holprigen Start des Faschingsfrühschoppens zu erklären. Erst verspätete sich der Einzug des Prinzenpaars, dann wurden Ehrengäste begrüßt, die gar nicht da waren. Aber Insider kennen das: Nach einer langen Nacht braucht auch die Faschingsgemeinde etwas Zeit. Aber dann! Kaum hatten die Hengeler Weend Blaozers „Schatzi schenk mir ein Foto“ angespielt, da wurde bereits mit Stühlen getanzt. Minuten später bebte der Boden.

Viele hundert Faschingsfreunde waren zum Feiern gekommen – und um bei der Prämierung der Umzugsgruppen dabei zu sein. Jury-Chef Dirk Wieting machte es gewohnt spannend: Er rollte das Feld von hinten auf und ließ die Zuhörer umso mehr zappeln, je näher er den jeweiligen Siegern kam.

In der Königsdisziplin – bei den Festwagen – habe man in der Spitze „eine absolute Champions-League“ gesehen, attestierte Wieting. „Ein verdammt enges Rennen“ hätten sich die Erstplatzierten geliefert.

Kaum war klar, wer da den Sieg davontrug, hatte der Jubel eine Farbe: Die grünen Trolle und Elfen vom TSV Grüppenbühren brachten durch immer neue Gesänge die Bühne zum Vibrieren. Schon auf dem Festwagen hatten sie Party gemacht. „Da ist Freude dabei“, kommentierte Wieting.

Riesig war die Freude auch beim Zweitplatzierten, der Gruppe vom Ortsverein Schlutter/Holzkamp/Hoyerswege, sowie beim Dritten, der Landjugend Sandersfeld.

Bei den Fußgruppen mit Mottowagen jubelte Quer-Beet über den Sieg – und zeigte spontan einen „Ritmo de la Noche“-Tanz. Auch Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas und Ehemann Hans-Hermann Klaas hatten in der Gruppe um den Ring getanzt und reihten sich (jetzt in Zivil) wieder ein.

Platz eins bei den Fußgruppen ging an die Proseccohexen und ihre vier männlichen Begleiter.

Den in einem Online-Voting vergebenen Zuschauer-Preis der Nordwest-Zeitung in Höhe von 100 Euro gewann die Landjugend Sandersfeld – die auch in den beiden Vorjahren schon erfolgreich gewesen war.