Frankfurt/Main - Trotz Wohlstands nicht restlos glücklich: Bei einer großen Studie zur weltweiten Zufriedenheit von Kindern ist Deutschland nur auf dem zehnten Platz im Feld der 15 Teilnehmer-Länder gelandet. Am glücklichsten zeigten sich einer Rangliste zufolge die Zwölfjährigen in Rumänien, gefolgt von Kolumbien und Israel. Sie wurden gebeten, ihr subjektives Wohlbefinden auf einer Skala einzuschätzen. Am unzufriedensten äußerten sich die zwölfjährigen Kinder in Südkorea.

Befragt wurden für die Studie, an der in Deutschland die Frankfurter Goethe-Universität beteiligt war, 53 000 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Der Bericht soll Erkenntnisse zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern auf der ganzen Welt bringen.

Befragt wurden für die Studie Jungen und Mädchen in Algerien, Äthiopien, Deutschland, England, Estland, Israel, Kolumbien, Nepal, Norwegen, Polen, Rumänien, Südafrika, Südkorea, Spanien und der Türkei.

Schulpsychologe Klaus Seifried (Berlin) ist nicht verwundert über die deutschen Resultate: „Kinder, die im Wohlstand aufwachsen, sind sehr anspruchsvoll und somit auch schneller unzufrieden. In unserer Gesellschaft dreht sich viel um Wohlstand, Konsum und Freizeitsensationen, während es für Kinder in ärmeren Ländern um die Existenzabsicherung geht.“

Kinder in Afrika oder Asien seien oft froh, wenn sie täglich etwas zu essen bekämen und zur Schule gehen dürften. In Deutschland seien viele Kinder eher mäßig motiviert zu lernen, sagte der Experte vom Berufsverband Deutscher Psychologen. „Hierzulande tragen ein großer Fernseher und eine Spielkonsole im Kinderzimmer oder ein neues Fahrrad eher zum Kinderglück bei.“