Tübingen - Der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen hat dem Schriftsteller Uwe Tellkamp nach dessen Äußerungen über Flüchtlinge und der darauffolgenden Kritik nun rhetorische Eskalation vorgeworfen. Tellkamp habe das Ganze in eine „ressentimentgeladene Show verwandelt“, sagte Pörksen der Dresdner „Sächsischen Zeitung“.
Tellkamp „wollte, manchmal zitternd vor Wut, abrechnen, nicht diskutieren“, so der Forscher weiter. Die anschließende „Rede von einem „Korridor der erwünschten Meinung“ oder einer „Gesinnungsdiktatur“ war für ihn ein Mittel der weiteren rhetorischen Eskalation“, so Pörksen.
Tellkamp hatte am 8. März in Dresden in einer Diskussion gesagt, mehr als 95 Prozent der Migranten flüchteten nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kämen, „um in die Sozialsysteme einzuwandern“. Der Suhrkamp-Verlag, bei dem 2008 Tellkamps Bestseller „Der Turm“ erschien, distanzierte sich daraufhin von seinem Autor.
