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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Türkei protestiert gegen Dresdner Konzertprojekt

25.04.2016

Dresden /Brüssel Die Türkei hat auf EU-Ebene gegen das Konzertprojekt „Aghet“ der Dresdner Sinfoniker zum Genozid an den Armeniern vor 100 Jahren interveniert. Der türkische EU-Botschafter verlange, dass die Europäische Union die finanzielle Förderung für die internationale Produktion einstellt, sagte Intendant Markus Rindt am Sonnabend in Dresden. Er sprach von einem „Angriff auf die Meinungsfreiheit“. Das Projekt, das im November 2015 in Berlin Premiere hatte und auch in Istanbul gastieren soll, sieht er aber nicht in Gefahr.

Die Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur bei der EU-Kommission stehe hinter „Aghet“, berichteten die „Dresdner Neuesten Nachrichten“. Sie hat Rindt zufolge aber insofern nachgegeben, als sie Informationen darüber auf ihrer Internetseite entfernte. „Man muss beim Namen nennen, was es war“, kritisierte er. „Wir können nicht drum herumreden, dass es um Völkermord geht.“

Ersten Verhaftungen armenischer Intellektueller in Istanbul waren 1915 Deportationen und Vernichtung gefolgt. Schätzungen zufolge kamen 800 000 bis 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit im Osmanischen Reich ums Leben.

Die Idee zu „Aghet“ stammt vom deutsch-türkischen Gitarristen Marc Sinan. Nach Aufführungen in Dresden soll das Konzert in Istanbul, Belgrad und Jerewan gastieren. Die EU-Kommission unterstützt das Projekt mit 200 000 Euro.

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