Lemwerder - Das Gastspiel der Speelkoppel Hoyerswege war in diesem Jahr etwas ganz besonderes. Zum 20. Mal folgten die Schauspieler und ihr Begleitteam, das für den reibungslosen Ablauf hinter den Kulissen zuständig war, der Einladung der Lemwerderaner Werbegemeinschaft. „Wehe, wenn de nüms stoppt“ hieß das Lustspiel von Walter G. Pfaus, das in drei Akten im ausverkauften Spiegelsaal der Ernst-Rodiek-Halle auf die Bühne gebracht wurde.
Ort der Handlung war das Altenheim „Haus Rosenhain“, in dem nicht alles Gold war, was glänzte. Zwar erzielte Heimleiter Heinz Stieglitz (Herwig Kunst) bei den angemeldeten Kontrollen stets Bestnoten für sein Haus. Darunter, dass ein Gesetz unangemeldete Überprüfungen ermöglichte, die Schlechtes zu Tage beförderten, sollten die erbosten Bewohner leiden. Es drohte die Streichung des geliebten Nachtisches. „Zeisig“, wie die unzufriedenen Alten den unangenehmen Heimleiter immer hinter seinem Rücken nannten, musste mit den knappen finanziellen Mitteln eine weitere Pflegekraft einstellen, die zur Erhaltung des Standards notwendig war.
Ein selbst gedrehter Werbeclip sollte schließlich aus der Geldnot helfen. Die Bewohner Hilde Precht (Renate Otte), Konrad Düker (Gerold Otte), Lucie Denker (Linda Tönjes-Hanitz), „Romeo“ Alfred Keesmann (Wolfgang Liebegeld) sowie die Nonne, Schwester Magda (Karla Struthoff) und die gute Seele des Hauses, Marie Lutter (Anja Brinkmann), sollten dabei unentgeltlich nach Stieglitz Regieanweisungen sämtliche Rollen übernehmen. Der Kameramann Noah Düker (Rainer Vosteen) war bei dem Werbefilm allerdings nicht auf der Seite seines Auftraggebers, sondern unterstützte als Neffe von Konrad Düker lieber die Interessen der Bewohner. Ganz so, wie sich Stieglitz und seine Sekretärin Julia Raav (Heike Kroog) alles vorstellten endete die Geschichte darum natürlich nicht.
Im voll besetzten Saal sorgten die Darsteller von Anfang an für viel Gelächter. Ebenso spannend wie das plattdeutsche Stück waren auch die Pausen, denn die Nummern der Eintrittskarten fungierten gleichzeitig als Lose. Warengutscheine im Wert von insgesamt 1000 Euro hatte die Werbegemeinschaft zusammengetragen. Während sich die Schauspieler hinter der Bühne erholten, zog Glücksfee Josefine gemeinsam mit ihrem Vater Dr. Carsten Dähnhard die glücklichen Gewinner und brachte ihnen die Preise direkt an den Platz.
