Bad Zwischenahn - „Vom Wesen der Landschaft“ überschreibt Puck Steinbrecher seine Ausstellung in seiner eigenen Galerie Moderne in Bad Zwischenahn und entwickelt aus der Sonne über dem flimmernden Blau der Meeresoberfläche ein gleißendes Licht, in dem die Konturen des Ufers auf das Wesentliche abstrahiert scheinen.
Die Balance zwischen blauen, gelbroten und manchmal grünen Tönen wird in jedem Bild neu erprobt. Sie ist für den Künstler die eigentliche Provokation in den neuen Gemälden, deren anziehende Kraft den Blick über das Wasser in die unendliche Ferne ins Romantische verwandelt. Zu sehen sind die Werke noch bis zum 4. November in der Galerie.
Ganz anders hatte einst Wilhelm Tegtmeier (1895– 1968) im benachbarten Nethen seine Seefahrt-Erlebnisse in Bilder umgesetzt. Leider ist ein Großteil seines Werkes im Krieg zerstört worden; doch was erhalten blieb, wird jetzt bis zum 9. Dezember in einer Retrospektive unter dem Titel „Fortuna und schwere See“ im Palais Rastede gezeigt.
Dabei spielt das Thema „Seefahrt“ in den Holzschnitten des ehemaligen Schiffskapitäns eine große Rolle. Sein von expressionistischen Anfängen 1920 bis zu allegorischen Motiven in den 1960er Jahren reichendes Werk basiert auf einer ungewöhnlich präzisen Formgebung, getreu seiner Maxime, dass nur jener Künstler sich den alten Meistern nähern könne, der wie sie in der Grafik perfekt sei.
Für Tegtmeier war die Frührenaissance mit Schongauer und Dürer der Höhepunkt der Kunstentwicklung; aber er übersah, dass es keinen Weg dorthin zurück gab. So ist sein letztes Bild, das die Hameler Rattenfänger-Sage mit der christlichen Mythologie zu verbinden suchte, unvollendet geblieben. Dieses Thema war nicht zu bewältigen.
Scheune Leiber und Galerie Hans Tepe (Damme), Galerie Luzie Uptmoor (Lohne), die „kleine steinfelder galerie“: Vier Häuser zeigen bis zum 4. November zum 70. Geburtstag von Werner Berges eine umfangreiche Retrospektive dieses vielseitigen Künstlers, der aus Cloppenburg stammt und bei Freiburg lebt.
Er hatte studiert, als die Pop Art aufkam, und dann in Berlin gearbeitet. Seine Bilder und Siebdrucke um 1970 sind die reinsten Pop-Art-Resonanzen in der deutschen Szene, weshalb ihm dieser Begriff angehängt wurde.
Die vierteilige Ausstellung zeigt aber auch das mit Witz und Abstraktionsvermögen geschaffene weitere Werk, das thematisch generell am Alltag des Menschen festgehalten hat. Die Ausstellungen beweisen dem Betrachter zugleich, dass die Pop Art zeitlos geworden ist.
