Tossens - „Die deutsche Einheit wird nicht kommen – für diese These hab ich damals 13 Punkte bekommen. Gott, was lagen wir falsch.“ Leenert Cornelius lacht. 1987 hat er sein Abitur an der Zinzendorfschule in Tossens gemacht, Geschichte war sein mündliches Prüfungsfach, die Möglichkeit der Wiedervereinigung sein Prüfungsthema. „Tja, wir wussten das schon besser“, sagt der neben ihm stehende Jan-Dirk Harbers, Abitur-Jahrgang 1991, und grinst.

Zusammen mit mehr als 50 weiteren Ehemaligen trafen sich die beiden am Sonnabend in der Tossenser Gaststätte Zur Kogge, um mal wieder gemütlich über alte Zeiten zu plaudern. Organisiert hatte das Ehemaligentreffen Klaus Turmann.

„Als die Schule noch ein Internat war, gab es einen Ehemaligenverein, der regelmäßig Treffen organisierte“, erinnert sich der Lehrer. Schon damals fanden die Zusammenkünfte immer in einer Gaststätte statt. Mit der Umstrukturierung der Schule ging der Ehemaligenverein im Förderverein auf, und die Reihe der Treffen brach ab. „Zwischenzeitlich wurde dann mal versucht, ein Ehemaligentreffen mit Kaffee und Kuchen am Nachmittag zu organisieren, das ging aber nicht auf.“

Daher überlegte sich Klaus Turmann zusammen mit seiner Frau Andrea, die zum Team der Schulleitung gehört, die alte Form der Ehemaligentreffen wieder aufleben zu lassen – mit Erfolg, wie die Veranstaltung am Abend des zweiten Weihnachtstags zeigte. „Es ist schön, dass so viele Ehemalige so gute Erinnerungen an uns haben und zu diesem Treffen gekommen sind“, freuten sich Andrea und Klaus Turmann.

Für die musikalische Untermalung war Bernd „Bulti“ Bultmann als DJ zuständig. Für gute Stimmung sorgten die Gäste, indem sie ausgiebig klönten und Erinnerungen an die gute alte Schulzeit austauschten. „Das hier ist wesentlich besser als eine Nachmittagsveranstaltung“, meinte Ralf Buggenthin, der 1993 an der Zinzendorfschule sein Abitur gemacht hat. Die lockere Atmosphäre sorgte auch dafür, dass sich die Absolventen der einzelnen Jahrgänge besser kennenlernten.

Im Zweifelsfall half Klaus Turmann nach. „Das hier sind die Herren der alten Garde“, sagte er – eine Gruppe von Ehemaligen aus den vergangenen Jahren im Schlepptau – grinsend und deutete auf eine Runde von Abiturienten aus dem letzten Jahrtausend. „Natürlich geht es hier auch ein bisschen ums Netzwerken“, so Klaus Turmann. Wenn dabei neue Mitglieder für den Förderverein gewonnen werden können, sei das ein willkommener Nebeneffekt.