Loy - Seit ihrem neunten Lebensjahr ist Anke Bogena Fan von Peter Maffay. „Du“ lautet der Titel, den die heute 53-Jährige damals in der Hitparade rauf und runter hörte. Die Ballade aus dem Jahr 1970, die als erste Platte des Sängers erschien, zum Millionenseller wurde und ihm zum Durchbruch verhalf, half auch der gebürtigen Oldenburgerin. Und zwar dabei, schwere Stunden in ihrem Leben zu überstehen. „Seine Lieder wirkten heilend auf mich“, sagt die zweifache Mutter, die in Kindertagen darunter litt, dass ihre Mutter schwer erkrankt war.
Nach wie vor schätzt die Ernährungsberaterin und auf Naturheilkunde setzende Musikliebhaberin die Titel des rumäniendeutschen Rocksängers, doch vielmehr ist Bogena fasziniert vom gesellschaftlichen Engagement Maffays. Der 65-Jährige stellt durch seine Stiftungen Gelder für traumatisierte Kinder zur Verfügung. Auf Mallorca hat er einen Bauernhof errichtet, auf dem traumatisierte Kinder aus aller Welt für zwei Wochen kostenlos Ferien machen können. Für sein soziales Engagement bekam Maffay 1996 das Bundesverdienstkreuz überreicht, die Peter Maffay Stiftung erhielt zudem 2014 den Echo als Sonderpreis für gesellschaftliches Engagement.
Erstes Treffen mit Maffay
Anke Bogena ist seit 2010, also seit nunmehr fünf Jahren, für die Stiftung aktiv. „Im Sommer 2010 traf ich während meines Urlaubs auf Mallorca Peter Maffay persönlich. Wie jedes Jahr, wenn ich auf Mallorca meinen Urlaub verbringe, besuchte ich das Stiftungshaus in Pollença, um zu sehen, was es Neues gibt bei der Stiftung. Plötzlich ging eine Tür auf, und Peter Maffay stand vor mir. Ich wurde ganz nervös und überlegte kurz, wie ich mich jetzt verhalten sollte. Als ich meinen Mut zusammen genommen hatte und ihn ansprach, bat er anschließend meinen Ehemann und mich in sein Büro“, erinnert Bogena sich an ihre erste Begegnung mit dem Musiker.
Die drei plauderten ein wenig über die Stiftung und die Musik. „Und da ich schon lange mit dem Gedanken gespielt hatte, die Peter-Maffay-Stiftung zu unterstützen, gab die persönliche Begegnung mit diesem großartigen Menschen schließlich den Ausschlag“, betont Bogena, die nach eigenen Worten nicht nur in ihrer Kindheit, sondern auch im späteren Leben viele Traumatisierungen und Schicksalsschläge erlebt hat.
Hoffnungsbote
Peter Maffay ist für sie ein „Seelentröster und Hoffnungsbote“. Nur mit sehr viel Hoffnung und Zuversicht, Mut und der großen Liebe zur Natur, mit der sie aufgewachsen sei, habe sie mit ihren Traumatisierungen und Entbehrungen leben können.
„Mittlerweile geht es mir gut, und davon möchte ich etwas zurückgeben“, erklärt Bogena, die für die Maffay-Stiftung schon einige Projekte auf die Beine gestellt hat – immer mit dem Grundsatz „die Natur als Therapeut“.
Bogena hat bereits einen Großteil ihrer Zeit in die Stiftung investiert. Sie selber war schon in Rumänien, dem Heimatland des Stiftungsgründers. Im Kreis Brasov (Kronstadt/Siebenbürgen) wurde im Umfeld einer historischen Kirchenburg in Radeln das alte Pfarrhaus erworben, zu Gemeinschaftsräumen umgebaut und im Jahr 2011 ein Neubau mit Unterkunftsräumen für Kinder und Jugendliche eröffnet.
Das Hilfsprojekt „Schutzburg Radeln – Schutzraum für Kinder“ ist eine Zufluchtsstätte für traumatisierte und sozial benachteiligte Kinder. „Als ich meinen Freunden erzählte, dass ich nach Rumänien reise, erhielt ich die Reaktion: Dort ist es unsicher, da leben doch viele Zigeuner. Das ist ungerecht. Die Menschen, denen ich in Rumänien bisher begegnete, waren sehr aufgeschlossen und gastfreundlich“, sagt Bogena.
Recht auf Würde
Während ihres Aufenthaltes habe sie vom ersten Tag an „viel Herzlichkeit“ erlebt. „Die Dorfkinder in Radeln haben ein Recht auf Anerkennung und Würde. Bildung ist die Basis, damit sie später ein selbstbestimmtes Leben führen können. Bislang stehen diese Kinder jedoch im Abseits. Durch die finanzielle Unterstützung der Peter-Maffay-Stiftung möchte ich einen sichtbaren Beitrag erbringen, dass diese Kinder in die Mitte des Lebens finden“, sagt Bogena, und fügt hinzu: „Da ich die dafür erforderlichen Mittel alleine nicht aufbringen kann, engagiere ich mich, damit auch andere sich engagieren.“
„Wir leben und geben“ heißt das aktuellste Projekt, das Anke Bogena derzeit in Arbeit hat. Sie hat einen Schmuckanhänger kreiert, der demnächst zu kaufen ist. „Dieser silberne Anhänger soll das Bewusstsein der Menschen sensibilisieren. Wir leben in Solidarität mit unseren Nächsten. Wir leben – nur das ist die Basis für unser Sein, unser Tun und unser Handeln“, betont die engagierte Frau, die derzeit einen eigenen Internetauftritt vorbereitet und sich schon jetzt auf das Peter-Maffay-Konzert am 26. Mai in der Oldenburger EWE-Arena freut.
Gab’s die Karte gratis? „Nein“, antwortet Bogena und lacht, „wir alle möchten doch, dass jeder Cent, der durch ehrenamtliches Engagement bei der Stiftung landet, auch bei den Kindern ankommt“.
