Trockener Polit-Talk ist seine Sache nicht: Ulf Thiele, der Generalsekretär der niedersächsischen Christdemokraten kann durchaus als Unterhaltungstalent durchgehen. Das stellte der Ostfriese am Sonnabend beim Jahresempfang des CDU-Gemeindeverbandes Ganderkesee im „Schwarzen Ross“ mehrfach unter Beweis. Nachdem er nun bereits zum wiederholten Male im Oldenburgischen, speziell auch in Bookholzberg oder Ganderkesee, zu Gast war, seien gewisse Ängste bei ihm gewichen, gestand Thiele ein: „Wenn ich eine blau-rote Oldenburger Krawatte sehe, ist mein Schreckgefühl nicht mehr ganz so groß.“
Ob der Schreck Alice Gerken-Klaas in die Glieder gefahren ist, war nicht erkennbar: Als Thiele jedenfalls von der Werbung neuer Mitglieder sprach, meinte er in Richtung der parteilosen Bürgermeisterin: „Wir haben Beitrittsformulare hier“. Gerken-Klaas winkte ab, aber die 120 Gäste amüsierten sich prächtig. Zuvor war das Gemeindeoberhaupt schon ein bisschen errötet unter dem Lob vom Ganderkeseer CDU-Chef Hans-H. Hubmann: Für den „neuen Führungsstil im Rathaus“ und die „faire, offene Kultur des Miteinanders“ bedankte sich der Gemeindeverbands-Vorsitzende ausdrücklich bei Gerken-Klaas.
Ein Zeichen für gutes Miteinander hatte Alice Gerken-Klaas auf jeden Fall am Freitag gesetzt: Zum Konzert mit dem Vokalensemble Harmonie waren von der Gemeinde die Ganderkeseer Lesepaten eigens eingeladen worden. Den Frauen und Männern, die in Ganderkeseer Schulen und Kindergärten vorlesen, sollte auf diese Weise gedankt werden für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement. Gemeinsam mit weiteren rund 130 Gästen genossen die Lesepaten im Lichthof des Rathauses „eine musikalische und literarische Reise nach Russland“ – so lautete der Titel des Programms. Das Ensemble aus St. Petersburg gastierte bereits zum neunten Mal in Ganderkesee und wurde auch diesmal wieder begleitet von Dr. Gerd Zimmermann aus Göttingen, der aus bekannten und weniger bekannten Werken russischer Schriftsteller vorlas. So bekamen die Ganderkeseer Lesepaten einmal selbst etwas vorgelesen.
Kultur und Sport miteinander verbunden hat der TSV Ganderkesee am Sonnabend – Esskultur, um genau zu sein: Beim dritten Fitness-Frühstück im Vereinsheim am Immerweg begrüßten Ingeborg Krüger-Rößler und Gudrun Walter, Leiterinnen der TSV-Fitnessgruppen, 15 Teilnehmer, die im Laufe des Vormittags zwischen Frühstücks-Buffet und Trimmgeräten hin und her pendelten. Ein neuer Interessent war auch dabei, der „immer schon mal vorbeigucken wollte“ und nun die Gelegenheit nutzte, beim Schnuppertraining noch das eine oder andere Brötchen zu verzehren.
Kleine Häppchen und ein paar Flaschen Sekt und Saft hatte am Sonnabendvormittag auch Wilhelm Brockmann bereitgestellt: Der gelernte Maurermeister hat sich in den früheren Räumen des Motorradhauses Würdemann an der Urneburger Straße mit einem Kaminstudio selbstständig gemacht. Zur Eröffnung von „BW Schornsteinbau & Kaminöfen“ gratulierte im Namen der Gemeinde auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler. Das einzig Bedauerliche am Eröffnungstag war das Wetter: Bei Frühlingssonne und Temperaturen über 20 Grad steht verständlicherweise nicht vielen der Sinn nach wärmendem Kaminfeuer.
Warm ums Herz wurde es dagegen vielen Teilnehmern bei der Wiedersehensfeier des Abschluss-Jahrgangs 1987 der Realschule Bookholzberg: Zahlreiche Erinnerungen und Anekdoten wurden ausgetauscht, als sich 61 ehemalige Schülerinnen und Schüler am Freitagabend im Hotel Backenköhler in Stenum nach 24 Jahren trafen. Auch der damalige Direktor Jürgen Brümmer sowie die Lehrkräfte Gisela Höflich, Irmgard Janus, Hans-J. Mitschker, Rolf Stiening und Hartmut Fastenau waren gekommen. Die weiteste Anreise hatte Inga Kniest: Sie lebt seit 13 Jahren in Kalifornien. Aber auch einstige Mitschüler aus Süd- und Ostdeutschland waren zum Klassentreffen angereist, das von Claudia Erxleben organisiert wurde. Alle zusammen klönten und feierten bis 4 Uhr morgens und kamen übereinstimmend zu dem Schluss: „Wir waren der weltbeste Abschluss-Jahrgang!“
