Oldenburger Land - Noch einmal in seinem Leben „auf dem Bock“ sitzen – das wollte ein schwerst kranker Bewohner des Ammerland-Hospizes in Westerstede (Kreis Ammerland). Herr H., sein vollständiger Name soll nicht genannt werden, ist früher viel auf dem Motorrad unterwegs gewesen, kürzlich knatterte der 52-Jährige mit einem Trike bei bestem Wetter voller Freude durch den Landkreis Ammerland – eskortiert von der Polizei.
Eingefädelt hatte die Tour Mark Castens aus Ovelgönne (Kreis Wesermarsch). Der 41-Jährige, der im Jahr 2010 seine damals 62-jährige Mutter und seinen 69-jährigen Vater verloren hatte, macht sich seit Jahren für die Versorgung schwerst- und sterbenskranker Menschen stark. So engagiert er sich auch in dem Projekt „Ein letzter Wunsch“ der Hamburger Infinitas-Kay-Stiftung. Als Regionalbeauftragter der Stiftung ist er für die Bereiche um Bremen und Oldenburg sowie die Küste zuständig.
„Die Ehefrau und die Töchter von Herrn H. fuhren mit ihren Motorrädern dem Trike hinterher, und sie erlebten, welch’ große Freude ein erfüllter Wunsch auslösen kann. Herr H. hob zwischendurch die geballte Faust in die Luft, und zeigte, wie glücklich er bei seiner Trikefahrt war“, berichtet Castens, der auch Herrn O. aus dem Friedel-Orth-Hospiz in Jever einen ganz besonderen Wunsch erfüllt hat.
Der 48 Jährige wollte einmal mit Promi-Angler Matze Koch, bekannt aus dem Magazin „Fisch & Fang“, auf der Nordsee angeln. Herr O. ist zwar schon auf den Rollstuhl angewiesen, aber dieser Wunsch begleitet ihn schon sehr lange. Er liebt die Natur und das Angeln von Aal, Dorsch und Plattfischen. Und tatsächlich warf der 48-Jährige kürzlich mit Matze Koch auf hoher See die Angel aus. „Das war ein tolles Erlebnis, diese schwer kranken Menschen noch einmal so glücklich zu sehen“, sagt Castens, der das Projekt „Ein letzter Wunsch“ in der Region weiter bekannt machen möchte.
Werde ein Wunsch an ihn herangetragen, so trete er zunächst mit den Ärzten in Kontakt, um die medizinische Seite abzuklären. „Gibt es grünes Licht vom Doktor, leite ich so schnell wie möglich alles weitere in die Wege“, erklärt Castens. Wer das Angebot nutzen wolle, möge sich bitte frühzeitig melden, da viele Wünsche je nach Krankheitsverlauf sonst oftmals nicht mehr zu erfüllen seien.
