Oldenburg - 1938 löste ein Radiohörspiel unter der Regie von Orson Welles eine Massenhysterie in den USA aus. Tausende Menschen hatten es für wahr erachtet, dass ein Ufo auf einer Farm in Washington gelandet wäre und Außerirdische vom Mars die Erde einnähmen. Das Oldenburger Staatstheater hat basierend auf diesem Hörspiel und unter demselben Titel „Krieg der Welten“ eine multimediale Radioshow inszeniert, die nun in der Exerzierhalle uraufgeführt wird.
Dafür haben die Medienkünstlerin Luise Voigt und der Dramaturg Jonas Hennicke einen neuen, aktuellen Text geschrieben, der sich an das Original von Howard Koch anlehnt. Hennicke sagt: „Wir greifen das große Motiv der Apokalypse auf und simulieren eine Invasion in Niedersachsen bei Harpstedt.“
Damit die Radioübertragung täuschend echt ist, wurden bekannte Einspieler von „NDR 2“ eingebaut, die täglich die aktuellen Nachrichten, Wetter und Verkehrsinfos ankündigen. Schauspieler Rajko Geith führt als Moderator durch die 90-minütige Sendung. Thomas Lichtenstein und Pirmin Sedlmeier „übernehmen wohl zwei Dutzend Rollen mit verschiedenen Stimmen“, erläutert der Dramaturg. Die Bühne hat das Regieteam minimalistisch ausgestattet. Die drei Schauspieler stehen an Mikrofonen vor schwarzen Projektionsflächen, die mit Videos bespielt werden.
Regisseurin Luise Voigt setzt „Krieg der Welten“ multimedial um. Hörspiele, Videoinstallationen und Musiktheaterperformances sind seit jeher Schwerpunkte ihrer Arbeit. In Oldenburg wird sie zusammen mit Sounddesigner Björn SC Deigner die Radioschau produzieren.
Danach gefragt, ob man in Zeiten realen Terrors „Krieg der Welten“ spielen sollte, sagt Jonas Hennicke: „Gerade dann. Denn weder die Marsianer werden die Erde einnehmen, noch die Islamisten das Abendland. Wie leicht sich Menschen aber durch manipulierte Meldungen in Panik versetzen lassen, macht dieses Hörspiel sehr deutlich.“
