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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Unbeschwert für musikalische Wogen sorgen

11.11.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-11-11T06:14:21Z

Konzert:
Unbeschwert für musikalische Wogen sorgen

Wilhelmshaven Kann man ein mittelgroßes Orchester vom Pult des Konzertmeisters aus leiten? Der Geiger Florian Donderer kann es und gemessen am Ergebnis muss man sagen: Er kann es meisterlich. Was er und die Deutsche Kammerphilharmonie jetzt im 3. Konzert der Saison in der Wilhelmshavener Stadthalle boten, war schlichtweg grandios. So differenziert und plastisch, wie die Musiker aus Bremen Klangbilder erzeugten, auch im Dialog mit der Solistin Elisabeth Leonskaja (Klavier), hat man selten ein Orchester in der Stadthalle erlebt.

Schon Mendelssohn Bartholdys Hebriden-Ouvertüre op. 26 war eine Offenbarung. Donderer und die Kammerphilharmonie entfalteten ein Szenerie, in der sich die Abläufe einer Expedition minuziös nachvollziehen lassen. Immer im Blickkontakt mit seinen Mitspielern, vermittelte er seine Intentionen überwiegend gestisch und mimisch. Das Orchester folgte ihm hochkonzentriert und mit einem großen Enthusiasmus.

In Beethovens 2. Klavierkonzert in B-Dur dominiert das Lyrische, die großen Bögen, die klaren Linien, die Elisabeth Leonskaja unaufgeregt gestaltete. Das Werk ist durchweg heiter, lässt aber in der Konsequenz seiner Läufe schon jene Bestimmtheit erkennen, die Beethovens Charakter kennzeichnet.

Es ist nicht Donderers Art, musikalische Wogen zu glätten. So unbekümmert und unbeschwert er bei Schuberts 3. Sinfonie D-Dur das Allegretto spielen ließ, um so drastischer waren die Bilder, die in den Ecksätzen der Sinfonie und im Menuett aus dem Wiener Alltag transportiert wurden. Im Schlusssatz legten Donderer und seine Musiker dann noch eine Schippe drauf und beendeten die Sinfonie in furioser Manier.

Als Zugabe spielte das Orchester einen Satz aus Mendelssohns 1. Sinfonie, die Leonskaja hatte die Zuhörer mit einem Nocturne von Chopin erfreut.