Oldenburg - „Ich komme gerade aus Tralien. Kennen Sie Birien? Bahamas wieder.“ Dieser Auszug aus der Nummer „Länderspiele“ ist typisch für den Humor von Willy Astor (51). Der Münchener Kabarettist ist ein Meister der Wortverdreherei und steht nach 2011 erneut in der ausverkauften Oldenburger Kulturetage. Diesmal mit seinem neuen Programm „Nachlachende Frohstoffe“.

Bevor Astor seinen markanten Wortwitz spielen lässt, plaudert er drauf los. Etwa über lokale Eigenheiten. „Grünkohl mit Grützfleisch würd‘ ich nicht direkt bestellen. Diese Art von Fleisch ist dem Bayer suspekt“, kommentiert er und steigt von der Bühne hinab. Der Scheinwerferstrahl wandert mit.

Besonders begrüßt er die Gäste in den oberen Rängen. „Das sind ja meist die unehelichen Kinder des Bürgermeisters.“ Den in erster Reihe sitzenden Horst bedauert Astor wegen dessen Bleibe im Teufelsmoor. Horsts Anmerkung, er sei in Begleitung zweier Damen, wirft beim Komiker die Frage nach einem Swingerclub-Ausflug auf. Derlei Kommentare bringt er mit solch’ einem Lausbubencharme rüber, dass man ihm selbst bei fiesen Spitzen nicht wirklich böse sein kann.

Astor hat eine Vorliebe für Medleys bekannter Songs, denen er neue Texte verpasst. Ein Zahnarzt proklamiert, „du brauchst sechs Blomb“ (Tom Jones/Sex Bomb). Mundart-Hymnen hat der Bayer ebenfalls auf Lager. „Hammämässisch Hessisch“ babbelt er gekonnt. Und Sächsisch „musste roooosloofn lassen“. Den Zuschauern kommen während des Abends häufig Tränen beim Lachen.

Zwischen den absurden Songs und Geschichten lässt Astor mit einer Gitarrenversion der Filmmusik von „Der dritte Mann“ sein Können bereits erahnen. – Die 18. Oldenburger Kabarett-Tage laufen noch bis zum 14. Februar.