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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Film: Ungarischer Liebesfilm gewinnt Goldenen Bären

20.02.2017

Berlin Der ungarische Liebesfilm „Körper und Seele“ („Teströl és lélekröl“) hat am Samstagabend den Goldenen Bären der 67. Berlinale gewonnen. Regisseurin Ildikó Enyedi erzählt in ihrem Drama von zwei schüchternen Angestellten in einem Budapester Schlachthof, die ganz langsam ihre Gefühle füreinander entdecken. Ungarn holte den Goldenen Bären zuletzt vor 42 Jahren.

Der Österreicher Georg Friedrich wurde von der Jury unter Vorsitz von Regisseur Paul Verhoeven mit dem Silbernen Bären als bester Schauspieler ausgezeichnet. Friedrich spielt in dem Film „Helle Nächte“ des Berliner Regisseurs Thomas Arslan die Hauptrolle – einen überforderten Vater, der sich auf einer Norwegen-Reise seinem 14-jährigen Sohn wieder annähern will. Die beiden anderen im Wettbewerb vertretenen deutschen Filmemacher Volker Schlöndorff („Rückkehr nach Montauk“) und Andres Veiel („Beuys“) gingen leer aus.

Der Silberne Bär für die beste Schauspielerin wurde an die Südkoreanerin Kim Min-hee verliehen. Sie spielt in „On the Beach at Night Alone“ von Hong Sang-soo eine junge Frau auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und der Liebe. Der finnische Kultregisseur Aki Kaurismäki erhielt für sein als Bären-Favorit gehandeltes Flüchtlingsdrama „Die andere Seite der Hoffnung“ den Preis für die beste Regie.

Den Großen Preis der Jury holte der französisch-senegalesische Regisseur Alain Gomis mit seiner im Kongo spielenden, weiblichen Emanzipationsgeschichte „Félicité“. Polens Altmeisterin Agnieszka Holland wurde für ihren Öko-Thriller „Pokot“ mit dem Al­fred-Bauer-Preis geehrt, der für einen Spielfilm vergeben wird, der neue Perspektiven eröffnet. Der Silber-Bär für das beste Drehbuch ging an Sebastián Lelio und Gonzalo Maza für den chilenischen Film „A Fantastic Woman“ über eine Transgender-Frau.

Die Jury sendete mit ihren Preisen für starke Filmemacherinnen und für Arbeiten mit starken Frauenfiguren auch ein deutliches Signal – denn in der männerdominierten Filmbranche haben es Frauen immer noch schwer.

Erstmals wurde bei der von Anke Engelke moderierten Gala auch ein Silberner Bär für die beste Dokumentation verliehen. Den mit 50 000 Euro dotierten Preis gab es für „Ghost Hunting“ des palästinensischen Regisseurs Raed Andoni.

Im Berlinale-Wettbewerb konkurrierten dieses Mal 18 Filme aus aller Welt. Bei dem elftägigen Festival waren insgesamt rund 400 neue Regiearbeiten zu sehen.

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