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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ungestüm und eindrucksvoll

19.12.2013

Oldenburg Bombast und Pathos, Glitzer und Glimmer: Das 75-köpfige Orchester „Il Novecento“ spielt gefällige Klassik-Hits wie Rossinis „Die diebische Elster“. Immer wieder springen die Musiker von ihren Plätzen auf, recken ihre Instrumente in die Höhe und fordern das Publikum zum Mitklatschen auf. Im Hintergrund tanzt ein großer Chor. Freude pur bei allen Beteiligten. Ganz klar, die Aida Night Of The Proms ist wieder unterwegs – wie jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit.

Zum zweiten Mal nach 2011 gastierte die musikalische Bombast-Show am Dienstagabend in Oldenburg. Und wie schon 2011 hat die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) das Spektakel an die Hunte geholt. Die Aida Night Of The Proms in Oldenburg ist die kleinste Show der Tour, die zwölf weitere deutsche Städte umfasst. Das heißt, dass die 4000 Gäste in der ausverkauften neuen EWE-Arena die Weltstars fast schon hautnah erleben konnten.

Allen voran Morten Harket, „die Stimme von A-ha“, der wohl erfolgreichste und bekannteste Künstler des Abends. Der drahtige Harket singt fünf Lieder, begleitet vom Orchester, und nutzt die Situation zügig, um zwei Lieder seiner kommenden Platte „Brother“ zu präsentieren. Die klingen so, als wären die Glanztage von A-ha nicht schon seit fast zwei Dekaden vorbei.

In seinem körperbetonten Outfit sieht Harket aus wie eine Mischung aus Informatiker und Fitness-Guru. Im Vergleich zu John Miles und Mark King, Bassist von Level 42, die souverän und mit großer Geste ihre Hits darboten, wirkt der 54-jährige Norweger fast schon verlegen. Aber als er den A-ha-Klassiker „The Sun Always Shines On TV“ anstimmt, tanzen und klatschen 4000 begeisterte Besucher.

Die Aida Night Of The Proms läuft dann zur Höchstform auf, wenn das Orchester versucht, die scheinbaren Grenzen zwischen U- und E-Musik – wobei viel mehr U als E auf dem Programm stand, einzureißen. Als das Orchester und der Chor ein Medley aus Tschaikowsky und Britten, Queen und Lady Gaga anstimmen, das in Coldplays Überhymne „Viva La Vida“ gipfelt, kann man sich diesem schimmernden Show-Hybrid nur schwer entziehen. Eine positive Entwicklung, schließlich lieferte das Orchester unter der Leitung des Belgiers Robert Groslot – von Moderator Uwe Bahn flapsig als „Sparkassendirektor“ vorgestellt – zu Beginn eine sterile Version von Johann Strauss „Tritsch Tratsch Polka“ ab. Wenig später schmiegt es sich aber harmonisch an den feinen Singer-Songwriter-Pop von Amy Macdonald an.

Bauchfrei, mit kräftiger Stimme und charmantem schottischen Akzent spielte die 26-Jährige ihren Hit „Mr. Rock & Roll“. So gelang ihr neben der japanischen Jazz-Pianistin Hiromi der wohl eindrucksvollste Auftritt des dreistündigen Abends. Hiromi improvisierte und hämmerte sich in atemberaubender Geschwindigkeit und Virtuosität durch Gershwins „Rhapsody In Blue“ und „I Got Rhythm“. Das war zwar nicht immer subtil, dafür aber ungestüm und eindrucksvoll – genau das Richtige also für die Aida Night Of The Proms.


Mehr Bilder:   www.nwzonline.de/fotos-oldenburg 
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