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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Eine schlagfertige Verbindung

13.10.2017

Oldenburg Schlagende Verbindungen haben nicht den allerbesten Ruf. Fechtende und auch anders aktive Studenten blicken zwar auf eine Jahrhunderte währende Tradition zurück, aktuell aber auf wenig Ansehen voraus. Wenn Axel Fries jedoch eine schlagende Verbindung gründet, darf er sich ungeteilter Zustimmung sicher sein.

Schlag also nach bei Axel Fries: Der 62 Jahre alte Oldenburger genießt hohes Ansehen als Schlagzeuger, Musikvermittler und Komponist. Nach über 20 Jahren als Solopauker im Staatsorchester wechselte er 2004 an das Institut für Musik an der Universität Oldenburg. „Pädagogische Arbeit hatte ich immer im Sinn, schon als Student”, sagt er.

Sein aktuelles Projekt ist die Gründung eines „Landesjugendschlagzeugensembles”. Weil niemand mit einem solchen Wortungetüm schlagend werben kann, heißt das Projekt treffsicherer Gong. „Etliche Jahre haben wir für die Vorbereitung gebraucht”, erklärt Fries. Jetzt wird es sich vorstellen.

Aus ganz Niedersachsen

Der Auftritt am 29. Oktober in der Oldenburger Kulturetage gilt als offizielle Gong-Premiere. Doch Wochen vorher üben sich die jungen Musiker schon mal öffentlich in ihrer Schlagfertigkeit: Am 15. Oktober in der Uni-Aula bei einem Mitmachkonzert für Kinder.

Initiator Axel Fries BILD: Grünwald

Doppelte Premiere – Zwei Konzerte

Offiziell feiert das neue Landesschlagzeugensemble „Gong“ am 29. Oktober seine Premiere. Im Rahmen des am 26. Oktober beginnenden Festivals „Der Norden trommelt“ spielt es an jenem Sonntag um 17 Uhr in Oldenburgs Kulturetage (Bahnhofstr. 11). Bereits am 15. Oktober steht eine Vor-Premiere an: An diesem Sonntag um 11 Uhr lädt es Kinder zu einem Mitmachkonzert in die Aula der Uni Oldenburg.

Axel Fries (62) war Solopauker am Staatstheater, leitet mehrere Ensembles und arbeitet am Musikinstitut der Uni Oldenburg.

Fast ungeahnt hat Fries schon seit 1999 mit den Vorarbeiten begonnen, Da hat er das Schülerprojekt „Schlagwerk Nordwest” ins Leben gerufen. Beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert” und bei internationalen Auftritten haben die Oldenburger seitdem Preise und Stipendien en gros eingesammelt. Mit dem Festival „Der Norden trommelt” rückte seit 2009 die Perkussionsmusik auch eingängig in die musikalische Öffentlichkeit. Wer das Engagement und den künstlerischen Anspruch von Fries würdigen will, bedenkt ihn gern mit dem Titel „Schlagzeug-Guru des Nordens.“

Das Landesjugendschlagzeugensemble soll sich aber nicht im Norden aufhalten. „In ganz Niedersachsen rücken durch das Projekt Professoren, Studierende und Schüler zusammen, das ist ein Netzwerk, das Bindungen gerade in unserem Flächenland festigt”, erläutert Michael Hagemeister. Der Kontrabassist im Staatsorchester fördert über seine Agentur „meister: kultur” die Öffentlichkeitsarbeit.

Fries teilt sich die künstlerische Leitung des vom Landesmusikrat getragenen Ensembles mit dem Hannoveraner Professor Andreas Boettger. Beide sehen ein enormes Potential für nachhaltige Arbeit. „Im Gegensatz zu den fünf anderen Jugendensembles des Landes für Instrumente oder Gesang können unsere Talente höchst flexibel eingesetzt werden”, rechnet Fries vor. Acht bis zwölf besonders begabte junge Leute gehören dem Ensemble an. Mehr macht musikalisch in diesem Genre keinen Sinn. „Wir können überall präsent sein, für Arbeitsphasen, Projekte oder repräsentative Auftritte.“

Ein Brückenschlag

Schlagzeuger gelten übrigens als besonders kollegiale Musiker. „Sie teilen sich oft die Instrumente, deren Vielfalt und Qualität sich kaum jeder leisten kann”, nickt Fries. „Da entstehen Freundschaften und Netzwerke, die oft lange halten.“ Das wäre dann glatt ein ideeller Brückenschlag zu den auch gesellschaftlichen Zielen der studentischen Verbindungen.