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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Unesco: Unterirdische Wiege von Kunst und Musik

10.07.2017

Krakau /Tübingen Die Unesco hat die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst in Baden-Württemberg zum Weltkulturerbe ernannt. Das gab das Unesco-Komitee am Sonntag in Krakau bekannt. Laut Unesco zeugen die sechs Höhlen der Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb von einer der frühesten figurativen Kunst und liefern wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung der Kunst.

Die Höhlen rund um Blaubeuren gelten als eines der wichtigsten Ausgrabungsgebiete für Archäologen. Unter anderem fanden Forscher dort die älteste bekannte Menschenfigur der Welt, die 40 000 Jahre alte „Venus vom Hohle Fels“. Seit den 1860er Jahren gibt es in den Höhlen Ausgrabungen, sie brachten zahlreiche bis zu 43 000 Jahre alte figürliche Darstellungen zutage, darunter Mammuts, Höhlenlöwen, Pferde und Musikinstrumente, aber auch Frauenkörper und Darstellungen von Mischwesen aus Mensch und Tier.

Die Fundstücke gehören zu den ältesten Zeugnissen für eine bewusste künstlerische Betätigung des frühen Menschen. Die wichtigsten Funde aus dem Bereich der Schwäbischen Alb können in Museen in Ulm, Tübingen und Blaubeuren besichtigt werden.

Ein Streit um ein kulturpolitisch heikles Windkraftprojekt der EnBW auf der Schwäbischen Alb ist erst kürzlich zugunsten des Denkmalschutzes ausgegangen. Das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises lehnte den Antrag des Stromkonzerns ab, bei der Bocksteinhöhle drei rund 200 Meter hohe Windräder zu bauen. Denkmalschützer hatten gewarnt, dass die Windräder für den offiziellen deutschen Unesco-Antrag das Todesurteil bedeute. Die Blamage wäre nicht auszudenken gewesen, wenn ausgerechnet ein landeseigenes Unternehmen dem vom Land initiierten Antrag den Garaus gemacht hätte.

Die Entscheidung des Welterbekomitees, die Höhlen auf der Schwäbischen Alb in die Welterbeliste aufzunehmen, ließ am Sonntag Baden-Württemberg jubeln. „Die einzigartigen Fundstätten auf der Schwäbischen Alb zeigen, dass die Wiege der Kunst und der Musik im Ach- und Lonetal zu finden ist“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). „Die Auszeichnung ist eine große Ehre und zugleich Verpflichtung für Baden-Württemberg, dieses kulturelle Erbe der Menschheit zu erhalten und sich weiterhin mit ihm zu beschäftigen.“

Das Welterbe-Komitee tagt noch bis zum 12. Juli in Südpolen. 42 Kultur- und Naturdenkmäler in Deutschland stehen auf der Unesco-Welterbeliste.

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