Verliebt: Bei mir gestaltet sich der Valentinstag ein wenig schwierig, denn mein Freund ist Niederländer und wohnt in Vlaardingen, in der Nähe von Rotterdam. Bei rund vier Stunden Fahrt lohnt es sich nicht, mal eben so ins Nachbarland zu fahren, nur weil Valentinstag ist. Und da er auf einen Wochentag und nicht auf das Wochenende fällt, ist es auch schlicht nicht möglich. In vergangenen Jahren habe ich immer gesagt, dass der „Tag der Liebenden“ mir nicht wichtig sei. Wenn ich dann allerdings nichts geschenkt bekommen hatte, war ich trotzdem ein wenig enttäuscht. Das bisher schönste Geschenk war eine silberne Halskette, auch wenn ich das ein bisschen übertrieben fand. Ich denke, dass ein kleines Geschenk völlig ausreichend ist. Mein Freund macht mir die größte Freude damit, wenn er mich besucht. Das ist nicht oft möglich und darum umso schöner, wenn wir uns dann sehen.

Es kommt aber auch vor, dass er mir aus seiner Heimat etwas mitbringt. Er braucht keinen speziellen Tag, um mir eine Freude zu machen. Bald kommt er mich wieder besuchen und vielleicht holen wir dann den Valentinstag mit einem Essen nach.

Verlobt: Ich bin am Valentinstag in einer komfortablen Situation:  Mein Verlobter erwartet von mir weder große Gesten noch Geschenke. Das ist keine Einbahnstraße: Gibt es für mich nichts, hängt der Haussegen nicht schief. Damit würde ich mir auch selbst ein Bein stellen – schließlich bin ich in der Beziehung diejenige, die eher derlei Daten vergisst. Ich verschenke zwischendurch lieber Kleinigkeiten – zum Beispiel die CD, von der ich weiß, dass er sie sich wünscht. Oder ein Buch, von dem ich denke, das wird er verschlingen.

Ich darf mich auf der anderen Seite regelmäßig über Blumen freuen. Die stehen einfach auf dem Tisch, wenn ich nach Hause komme. Einfach so, an irgendeinem x-beliebigen Tag. Am Valentinstag schenken wir uns stattdessen Zeit: Wir wollen Essen gehen. Und wenn dann doch daheim ganz zufällig ein Strauß Rosen auf mich wartet, werde ich nicht in Tränen ausbrechen.

Verheiratet: Eigentlich bin ich, im Gegensatz zu meiner Frau, kein großer Fan des Valentinstages. Warum muss man ausgerechnet an diesem Tag seine Partnerin beschenken? Man kann ihr jeden Tag im Jahr zeigen, dass man sie liebt. Sie kennt meine Meinung und erwartet daher am Valentinstag auch nicht viel von mir. Trotzdem werde ich ihr eine Kleinigkeit schenken und wir werden zusammen essen gehen. Ich glaube, genau das ist das Geheimnis einer guten Ehe. Die Meinung des Anderen respektieren und aufmerksam auf das achten, was dem Partner wichtig ist. Im Alltagsstress kommen Liebesbeweise, kleine Aufmerksamkeiten oder ein Dankeschön für das täglich liebevoll zusammengestellte Frühstückpaket bei mir leider ohnehin viel zu kurz. Daher ist der Valentinstag im Grunde keine so schlechte Sache. Nicht selten steht am 14. Februar dann das Gewissen hinter mir und fragt, wie der Weihnachtsmann an Heiligabend: „Na, bist du auch schön lieb gewesen?“

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland