Varel - Die Tageszeitung „Der Gemeinnützige“ erschien erstmals am Montag, 13. Juli 1818. Die NWZ blickt wöchentlich in die Vergangenheit zurück und zeigt, was an bestimmten Tagen in ausgewählten Jahren in und um Varel passiert ist:
25. Juni 1838
Respekt vor den Verstorbenen hatten offenbar nicht alle Vareler, musste „Der Gemeinnützige“ am 25. Juni 1838 anmahnen: „Es ist verboten, die hiesigen Kirchhöfe als Bleiche zu benutzen. Der Todtengräber Behrens ist angewiesen, das daselbst ausgelegte Zeug wegzunehmen und vorläufig beim Amte einzuliefern.“
22. Juni 1878
Der Kriminalfall vom 22. Juni 1878 erregte großes Aufsehen in Varel: „Die Schreckensnachricht, daß ein bei dem Drechslermeister Herrn Brand beschäftigter Geselle vergangene Nacht (Sonntag) den Nachtwächter Diekmann erstochen habe, durchlief heute früh unsere Stadt. Leider bestätigte sich diese traurige Nachricht. Der Geselle, von Geburt ein Tiroler, durchstieß, nachdem vorher ein kleiner Wortwechsel stattgefunden, mit einem Dolche den Hals des Diekmann. Da die Schlagader des Halses getroffen wurde, trat fast sofort der Tod ein. Auf einen Hülfeschrei, den noch Diekmann auszustoßen die Kraft hatte, wurde Herr Kaufmann Otto Meents aufmerksam gemacht. Sofort verfolgte er den fliehenden Mörder und konnte ihn stellen. Nachtwächter Diekmann hinterläßt eine Frau und drei unmündige Kinder. Daß die armen Hinterbliebenen dem Elend überlassen werden, befürchten wir nicht, kennen wir doch hinlänglich die Mildthätigkeit unserer Mitbürger.
22. Juni 1919
Vor fast 100 Jahren wurde der finanzielle Grundstock für das Vareler Meyerholz-Stift gelegt. Über die „Stadt Varel als Erbin“ berichtete „Der Gemeinnützige“ am 22. Juni 1919: Der verstorbene Gerichtssekretär Meyerholz in Jever hat die Stadt Varel zu seiner Universalerbin eingesetzt. Der Stadt fällt eine Erbschaft von rund 200000 Mk. zu. Der Erblasser hat davon 50 000 Mk. Für einen gemeinnützigen Fonds bestimmt, dessen Einkünfte Verschönerungszwecken dienen soll. Der Rest soll für ein Alters- und Genesungsheim, verbunden mit einer Haushaltungs- und Kochschule für junge Mädchen, verwendet werden. Das Heim soll den Namen „Meyerholz-Stift“ führen und über 50 Jahre alten Persnen oder Genesenen, die noch der Ruhe bedürfen, gegen eine Vergütung von täglich 50 Pf. Bis 1 Mk. Wohnung und Verpflegung geben.
23. Juni 1978
Zur Kirchenvisitation gab es auch Visionen: Vor 40 Jahren, am 23. Juni 1978, kündigte der damalige Zeteler Pfarrer Reinhold Carels an: „Eine Visitation erwartet die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Zetel an diesem Wochenende. … Mit der Visitation will sich die Kirchenleitung einen Einblick in alle Bereiche des kirchlichen Lebens verschaffen. Während erst vor wenigen Wochen das Altenzentrum erweitert wurde, hat die Kirchengemeinde in absehbarer Zeit weitere Maßnahmen vor. Die umfangreichste dürfte dabei die Renovierung des mehrere Jahrhunderte alten Glockenturmes bei der St. Martins-Kirche sein. Die Maßnahme, die nach vorsichtigen Schätzungen des Pfarrers über 100 000 DM kosten wird, soll unter anderem aus der Ortskirchensteuer finanziert werden. Weiter soll die Kirche neue Fenster erhalten und die vor acht Jahren grunderneuerte Orgel drei weitere Register erhalten.
