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Auswanderer Varelerin im Pazifik dem Glück auf der Spur

VAREL - Zu den glücklichsten Menschen der Welt wurden mehrere Male nacheinander die Bewohner des Südseestaates Vanuatu gewählt. Nicole Kramer aus Varel weiß, warum: „Alles dreht sich um die Gemeinschaft und um die Familie. Obwohl sie in bescheidenen Verhältnissen leben, ist es ihr Anliegen, anderen Gutes zu tun.“ Nicole Kramer weiß, wovon sie spricht. Bereits zweimal war sie auf der Insel, hat dort bei einer 40-köpfigen Familie gelebt und in einer Schildkröten-Aufzucht-Station gearbeitet. Zurzeit ist sie bei ihrer Familie in Varel zu Besuch, aber schon bald möchte sie für ein Jahr nach Vanuatu gehen, um dort in einem Theater mitzuarbeiten, das Aufklärungsarbeit leistet zu Themen wie Umweltschutz, Emanzipation und Gesundheit.

Nicole Kramer sieht sich als Weltbürgerin. „Mein Zuhause habe ich in mir drin“, sagt sie. Bereits als 16-Jährige zog es Nicole Kramer für ein Jahr als Austauschschülerin nach Australien. Nach ihrem Abitur und während des Studiums lernte sie Neuseeland, Spanien, Irland. Frankreich, Guatemala und Texas kennen, um wieder in Berwick in der Nähe von Melbourne zu landen. Dort arbeitete sie als „Park Activity Officer“ und Ranger in drei botanischen Gärten und Nationalparks. Für diese Arbeit musste die Diplomübersetzerin für Englisch und Spanisch umlernen.

„Ich liebe Herausforderungen und habe keine Angst vor dem Ungewissen“, sagt die 35-Jährige, „es ist tierisch spannend, immer neue Menschen, Kulturen und Speisen kennen zu lernen“. Die Menschen auf Vanuatu haben es ihr besonders angetan, so dass sie sie noch besser kennen lernen und ihrem Rezept für Glück auf die Spur kommen möchte. „Die Menschen dort sind ein Naturvolk“, weiß Nicole Kramer, „die Ni-Vans leben mit ihrer Großfamilie in kleinen Hütten ohne fließend Wasser und wenn sie Hunger haben, klettern sie auf Palmen und holen sich Kokosnüsse herunter. Kühlschränke gibt es nicht, dafür hat jedes Haus einen eigenen Obstgarten. Obst gibt es dort im Überfluss, allein 15 verschiedene Bananensorten wachsen auf Vanuatu. Missgunst hat Nicole Kramer dort nicht erlebt. „Die Menschen lachen fast immer und es herrscht ein sehr gutes Miteinander im Dorf.“ Sie als Deutsche sei in einer Großfamilie wie selbstverständlich aufgenommen worden. Die Varelerin möchte auch von den Menschen auf Vanuatu lernen: „Wir können von den Stämmen noch so viel wiedererlernen, was in unserer Kultur längst vergessen wurde wie zum Beispiel das Leben in der Gemeinschaft .“

Ein Jahr möchte Nicole Kramer in Vanuatu bleiben, dann soll es weitergehen nach Nepal. „Ich möchte gerne im Himalaya wandern“, sagt sie. Anschließend möchte sie Indien erkunden. Auch dort möchte sie Freiwilligenarbeit leisten. Dass ihre Zukunft nicht fest verplant ist, stört die 35-Jährige nicht: „Ich plane nicht, ich lebe im Hier und Jetzt“, sagt sie, „ich bin offen für alles und lasse mir alle Türen offen“.

Freude hat sie auch am Bücherschreiben. Derzeit ist sie dabei, ein Kinderbuch zu übersetzen, irgendwann möchte sie auch eigene Bücher schreiben. Bevor es soweit ist, wird sie im Internet einen Blog (Tagebuch) einrichten, um damit Spenden für ihre Projekte zu sammeln. „Ich möchte Aufmerksamkeit für bedrohte Völker sowie für Flora und Fauna wecken“, sagt sie zu ihren Zielen, „und dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als ich sie vorgefunden habe“.

Vanuatu

ist ein souveräner Inselstaat im Südpazifik, er erstreckt sich über 1 300 Kilometer. Zu dem Staat gehören 83 Inseln (davon 67 bewohnt), meist vulkanischen Ursprungs.

Die Ni-Vans,

die Bewohner Vanuatus gehören laut einer britischen Studie zu den glücklichsten Menschen der Welt. Sie sind mit sehr wenig zufrieden. Die Gesellschaft ist nicht konsumorientiert. Das Leben dreht sich um die Familie und die Gemeinschaft.
Traute Börjes-Meinardus
Traute Börjes-Meinardus Redaktion Varel
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