Varel - Der in Zürich und Hamburg erscheinende „Musik Kalender 2019“ erinnert in dieser Woche mit einem eindrucksvollen Porträtfoto und Text an eine berühmte Varelerin. Anlass ist der zehnte Todestag von Hildegard Behrens, die zu den weltweit bedeutendsten Sopranistinnen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt.

Sie starb unerwartet am 18. August 2009 im Alter von 72 Jahren an einem Aneurysma in einem Krankenhaus in Tokio. In Japan sollte sie am traditionsreichen Kusatsu Musikfestival mitwirken. Nachdem zunächst Wien, einer ihrer Wirkungsorte als Opernsängerin, als Beisetzungsort im Gespräch war, entschied sich die Familie für den Friedhof in Varel, wo Hildegard Behrens im Familiengrab ihre letzte Ruhestätte fand.

Geboren wurde Hildegard Behrens am 9. Februar 1937 als jüngstes von sechs Kindern eines Arztehepaars an der Moltkestraße. Eine fundierte musikalische Bildung erhielt sie in ihrer Familie, im Musikunterricht der Oberschule, dem heutigen Lothar-Meyer-Gymnasium, und bei der Vareler Klavierlehrerin Meta Lieschner.

Nach dem Abitur in Varel studierte sie zunächst Jura in Freiburg. Als Mitglied des renommierten Freiburger Bachchors entdeckte sie dann ihre Leidenschaft für den Gesang und wechselte ins Studienfach Musik.

Ihre Laufbahn als Sängerin begann Hildegard Behrens Anfang der 1970er Jahre an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, wo der Star-Dirigent Herbert von Karajan sie als Idealbesetzung für die Titelrolle in der Oper „Salome“ von Richard Strauss entdeckte und für die Salzburger Festspiele engagierte. Während ihrer bald einsetzenden großen Karriere sang Hildegard Behrens in fast allen bedeutenden Opernhäusern der Welt, zum Beispiel in der Metropolitan Opera in New York, der Wiener Staatsoper, der Opera de Paris und bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth. Die Sopranistin arbeitete mit den bedeutendsten Dirigenten ihrer Zeit zusammen. Unter ihnen Leonard Bernstein, Claudio Abbado, Karl Böhm und Lorin Maazel. Vor allem als Interpretin der Opern von Richard Wagner und Richard Strauss erlangte sie Weltruhm.

Die Gesangskunst von Hildegard Behrens ist heute auf zahlreichen CD-Aufnahmen dokumentiert. Besonders aufschlussreich sind die Opernmitschnitte auf DVD, in denen die Fähigkeit der Sopranistin zu bewundern ist, hochdramatische Rollen nicht nur gesanglich, sondern auch mit schauspielerischer Intensität zu verkörpern.

Im Internet lassen sich zudem mehrere TV-Dokumentationen über die gebürtige Varelerin abrufen. Empfehlenswert sind vor allem ein längeres Gespräch mit dem Regisseur August Everding aus dem Jahr 1995 („Da capo Hildegard Behrens“) und ein 1987 produzierter einstündiger ZDF-BBC-Dokumentarfilm („hildegard-behrens-german-docu“).