VAREL - Es war eine bewegende Feierstunde. Früh verlorenes Leben hat nun einen würdigen Ort.

Von dagmar de Levie

VAREL - Auf Initiative der Hospizbewegung wurde jetzt auf dem Vareler Friedhof eine Grabstelle für früh verlorene Kinder eingerichtet, die am vergangenen Sonnabend im Beisein zahlreicher Gäste eingeweiht wurde. Damit wurde ein Ort geschaffen, an dem Fehl- und Frühgeburten, die noch nicht bestattungspflichtig sind, beigesetzt werden. „Eltern und Angehörige haben hier nun einen Ort für ihre Trauer“, würdigten Krankenhausseelsorgerin Elke Andrae und als Mitarbeiter der Hospizbewegung Achim Jürgens die Stätte.

Wie Jürgens gegenüber der NWZ berichtete, wurden die Kinder in der Vergangenheit kremiert und in Wilhelmshaven anonym beigesetzt. Das wird sich nun ändern. „Jetzt hat dieses frühe Leben einen würdigen Ort und die Eltern haben einen Platz für ihre Trauer“, sagte der Pfarrer im Ruhestand.

Er dankte der Kirchengemeinde, die diese Grabstelle kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, dem Steinmetzbetrieb Steinbach, der den Stein gespendet hatte, dem Kunsterzieher Ernst Ellermann, der die Symbolik entworfen hatte, Jürgen Büppelmann und Annemarie Padeken, die eine Bank und einen Ginko-baum gestiftet hatten, Familie Hoffmann, aus deren Spende Faltblätter für Eltern finanziert werden konnten sowie Friedhofsarbeiter Enno Juilfs, der „uns beraten und unterstützt hat und diesen Ort mit seinen Mitarbeitern pflegen wird“. Dr. Christoph Reiche, Leiter der gynäkologischen Abteilung im Vareler Krankenhaus, lobte das vorbildliche Engagement der Beteiligten und dankte im Namen des St. Johannes-Hospitals. „Wir widmen diesen Ort allem, was ein Hauch von Leben ist, allem Leben, das aufkeimt und entsteht, es ist Gottes Atem, der darin weht“, sagte Elke Andrae. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Dr. Ernst-Berthold Ahlhorn.