VAREL - Als Polizist ist er bekannt, aber in Varel gastierte Kabarettist Dirk Bielefeldt mit seinem Programm „Holm privat“. So empfing der „Polizeiobermeister Holm“ die zahlreichen Zuschauer in seinem Kleingarten.
Bielefeldt konfrontierte sein Publikum am Sonntagabend im Vareler Tivoli mit einer schier unglaublichen Vielfalt komischer Sachverhalte. Zwischen kurzen Berichten aus dem Polizeialltag sinnierte er über banale menschliche Aktivitäten und brachte die Zuschauer mit viel Situationskomik zum Lachen. Beispielsweise unterhielt selbst das minutenlange Verspeisen eines Apfels köstlich. Physikalisch aufgeklärt wurde das staunende Publikum über den norwegischen Strom. „Der kommt von dort irgendwo aus dem Meer bis hierher, den können Sie doch nicht so einfach in einen Akku sperren, das ist ja Stromquälerei.“
Obwohl Holm ja eigentlich keinen Polizeidienst hatte, nahm er Daten von einigen Zuschauern auf: Name, Beruf und was machen Sie hier? Mit diesem Wissen reicherte er seine weiteren Sketche an.
Während des Zwiegesprächs mit seinem Lieblingsvogel im Garten stiftete er auch das Publikum zum kollektiven Zwitschern an. Auch die Besucher, die es eigentlich nicht interessierte, erfuhren, dass Lachen für Vögel nicht so gut ist. Deshalb haben sie so einen harten Schnabel, damit sie nicht grinsen können. Holm führte auf lustige Art und Weise seine Handwerkskunst vor und zimmerte auf der Bühne einen Nistkasten für das Vögelchen. Als Neuheit stellte der Möchtegernpolizist die neue „PoKuKa“ vor, die Polizeikundenkarte. Damit erhalten Verkehrssünder unter anderem 50 Prozent Rabatt beim Blitzen.
Holm berichtete von seinem Hund und überlegte, ob er ihn nicht gegen eine Frau eintauschen sollte. Aber würde die sich immer freuen, wenn er nach Hause kommt und beim Einkaufen kann er sie ja nicht vor der Tür anleinen, „dann würde die mit reinkommen und das kann ganz schön teuer werden“. Er verriet dem Publikum einige seiner Anmachsprüche, mit denen er aber leider nicht viel Erfolg hat: „Verhüten Sie?“ oder „Warum haben Sie eine Brille auf, brauchen Sie die wirklich?“
Ein aufmerksamer Polizist beobachtet ja seine Mitmenschen und auch die Frauen. Einige sind ein bisschen dick, andere haben Tränensäcke oder auch hängende Mundwinkel. Wenn das alles zusammenkommt, resümierte Holm, kann man in Deutschland sogar Bundeskanzlerin werden. Während eines verzweifelten Versuchs, eine dieser modernen Kunststoffmülltüten von der Rolle zu öffnen, erfuhren die Zuschauer alles über Adhäsionskräfte.
Nach gut zwei Stunden abwechslungsreicher, meist lustiger und manchmal zum Nachdenken anregender Unterhaltung entließ Dirk Bielefeldt sein Publikum in den Alltag. Für ihn und seine Crew war das Gastspiel in Varel ein normaler Arbeitstag. Von der Stadt oder gar von der Nordsee haben sie nichts gesehen, sie reisten gleich wieder ab. Aber seine Gäste werden sich lange über diesen Abend freuen können.
