Varel - Die Thematisierung von körperlicher oder geistiger Krankheit auf der Kinoleinwand ist – selbst als Filmkomödie – kaum noch ein Tabu. Der französische Streifen „Ziemlich beste Freunde“ (2011) ist das weltweit erfolgreichste Beispiel des Trends. In Deutschland wurden Filme wie „Honig im Kopf“ (2014) mit Dieter Hallervorden in der Hauptrolle zum Kassenschlager.

Das 1989 entstandene Filmdrama „Mein linker Fuß“ des irischen Regisseurs Jim Sheridan, das der Verein für Kunst und Wissenschaft (Kuwi) am Montag, 29. Januar, um 20 Uhr in der Aula des Vareler Lothar-Meyer-Gymnasiums an der Moltkestraße 11 zeigt, gehört zu den wichtigen Vorläufern dieses Kinogenres. Der Film läuft 100 Minuten und ist ab zwölf Jahren freigegeben. Kuwi-Mitglieder haben freien Eintritt, Nichtmitglieder zahlen fünf Euro. Die Kasse öffnet um 19.30 Uhr.

Obwohl kommerziell nicht so erfolgreich wie der etwa gleichzeitig entstandene amerikanische Kultfilm „Rain Man“ über einen Autisten, gespielt von Dustin Hoffman, wurde auch die Produktion aus Irland international stark beachtet. Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter Oscars für die Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis und Brenda Fricker. Er gilt als „zeitloser Klassiker, der von seiner Faszination nichts eingebüßt hat“.

Die auf einer Autobiografie beruhende Handlung spielt in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts in einer mittellosen Dubliner Arbeiterfamilie, in der Christy als zehntes von 22 Kindern aufwächst. Von Geburt an ist der Junge spastisch gelähmt. Vor allem die Mutter, aber auch einige Geschwister und eine Ärztin bemühen sich aufopferungsvoll darum, menschenwürdige Lebensbedingungen für das Kind zu schaffen.

Dabei stoßen sie jedoch rasch an eine Mauer von Vorurteilen. Sogar beim Vater, der den in seinen Kommunikationsmöglichkeiten extrem eingeschränkten Sohn auch für geistig behindert hält. Als es Christy eines Tages vor den Augen der Familie gelingt, ein Stück Kreide mit seinem linken Fuß zu fassen und das Wort „Mutter“ auf den Boden zu schreiben, beginnt ein äußerst mühevoller, bis dahin nicht für möglich gehaltener Entwicklungs- und Bildungsprozess, der nicht nur das Leben des Jungen verändert.