VAREL - „Früher wurden Seidenhühner als angebliche Kreuzung aus Huhn und Kaninchen zur Schau gestellt“, erzählt Heinz Popken die Geschichte der mehr als 700 Jahre alten Geflügelrasse. Er und seine Frau Christa halten rund 120 dieser Tiere, die sie wegen ihres flauschigen weißen Federkleides „Kopfkissenhühner“ nennen. Der Kamm dieser Rasse gleicht einer Walnuss und leuchtet in einem dunklen Blau. „Das ist ein wichtiges Merkmal, um auf Ausstellungen eine gute Bewertung zu erhalten“, erklärt Christa Popken. Sie ist im heimischen Zuchtstall unter anderem für die Fütterung des Geflügels zuständig – knapp vier Zentner Körnerfutter nimmt die Hühnerschar im Monat zu sich.

Wichtige Vitaminquellen sind auch Obst und Gemüse, vor allem Grünkohl ist sehr beliebt. Auch Muschelkalk zur Festigung der Eierschalen und Kieselsteine, die im Magen die Getreidekörner zermalmen, stehen auf dem Speiseplan. „So viele Tiere zu versorgen, ist sehr zeitintensiv“, weiß Christa Popken, die seit nunmehr 20 Jahren Mitglied des 1876 gegründeten Rasse- und Ziergeflügelvereins Varel ist. Sie sorgte mit ihrer Familie für eine Neugründung der Jugendgruppe innerhalb des Vereins, so dass heute zu den 86 Mitgliedern auch 14 Jugendliche gehören – sechs Jahre alt ist der jüngste Geflügelhalter.

Auch an ihre eigenen Kinder und Enkelkinder konnten Christa und Heinz Popken das Hobby weitergeben: Unterschiedliche Geflügelrassen werden gezüchtet und auf Ausstellungen gezeigt. Das Ehepaar Popken hat neben den Seidenhühnern auch noch drei Pfauen und einige Perlhühner, die lauthals Alarm schlagen, wenn sich dem Stall fremde Katzen nähern.

Wer so viele Tiere hat, kann von ihnen auch manch Amüsantes berichten: „Einer der Pfauen hat es sich in unserm Wohnzimmern gemütlich gemacht“, erinnert sich Heinz Popken. Schon lange hält er Geflügel. Seit 15 Jahren sind es nun Seidenhühner, die es dem Ehepaar Popken angetan haben. „Von zehn Küken sind jedoch meistens nur zwei Tiere ausstellungstauglich“, so Heinz Popken.

Bevor es aber darum geht, dass Popkens Tiere ausgestellt werden, müssen die weißen Seidenhühner ein Bad mit Hundeshampoo nehmen. „Viele mischen Tinte in das Wasser. Das bewirkt, dass die Hühner schneeweiß werden“, erzählt Christa Popken. An diesem Wochenende sind unter anderem die Hühner des Ehepaars Popken auf der 7. Frieslandschau in der Weberei zu bestaunen.