VAREL - Auf Einladung des Vereins für Kunst und Wissenschaft (Kuwi) konzertiert am Donnerstag, 1. März, ab 20 Uhr das „Concilium musicum Wien“ in der Aula des Lothar-Meyer-Gymnasium Varel. Die Abendkasse ist ab 19.35 Uhr geöffnet. Einen Vorverkauf gibt es nicht.

Gegründet vor 30 Jahren, zählt es zu den renommiertesten Ensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis widmen, das heißt der im Hinblick auf Instrumente, Spieltechnik und künstlerischen Ausdruck möglichst originalgetreuen Wiedergabe von Werken der musikalischen Tradition.

Das „Concilium musicum“ tritt in den unterschiedlichsten Formationen vom Duo bis zum großen Orchester auf. In diesem Konzert in Varel spielen sechs Instrumentalisten, zu denen die beiden Begründer, der 85-jährige Paul Angerer (Cembalo) und sein Sohn Christoph Angerer (Violine und Viola d’amore), gehören. Vervollständigt wird das Ensemble durch den über Wien hinaus bekannten Sänger Gerhard Hafner, einen Countertenor, dessen Stimme mühelos die Sopranlage erreicht. Hafners Gesangskunst wird von der Wiener Musikkritik als „niemals schrill“, „immer sehr kontrolliert“ und auch in „ungewohnter Höhe für einen Mann klangschön“ bezeichnet.

Ein besonderes Augenmerk in diesem Konzert verdienen die empfindlichen, bautechnisch und klanglich den historischen Vorbildern aus dem 17. und 18. Jahrhundert gleichenden Instrumente, die mit den Musikern aus dem fernen Wien anreisen. Hohe Ansprüche stellt vor allem das Cembalo: Bereits um neun Uhr morgens muss es an seinen Platz in der Aula des Gymnasiums gebracht werden, damit seine empfindlichen Saiten sich dort tagsüber akklimatisieren und abends im Konzert ihren an Obertönen reichen „historischen“ Klang voll entfalten können.

Das Programm des „Venezianischen Festkonzertes“ umfasst überwiegend Werke italienischer Komponisten aus der Zeit der späten Renaissance und des Barocks, die mit der Musikkultur Venedigs eng verbunden sind. Interpretiert werden neben Kompositionen von Giovanni Gabrieli und Baldassare Galuppi auch zwei Werke von Antonio Vivaldi: Christoph Angerer ist Solist im Concerto d-moll für Viola d´amore und in Vivaldis „Nisi Dominus“, einer Motette mit geradezu artistischen Koloratur-Passagen, ist der Countertenor Gerhard Hafner zu hören. Von dem in Bergedorf geborenen und in Venedig gestorbenen Johann Adolph Hasse interpretiert das „Concilium musicum Wien“ die selten aufgeführte Sinfonia ` 3 alla Camera in A-Dur – selbstverständlich im authentischen Klangbild des Spätbarock.