VAREL - VAREL/BRW - Trauer um eine verdiente Schauspielerin der Niederdeutschen Bühne Varel: Im Alter von 80 Jahren verstarb jetzt in Langendamm Gertrud Büsing.

In mehr als 40 Stücken stand Gertrud Büsing für ihr Publikum auf der Bühne. Meist waren es große Rollen, „in denen sie dann immer voll aufging“, erinnert sich der Schauspieler und langjährige Bühnenleiter Udo Kollstede. Mit Kollstede stand sie unter anderem zusammen auf der Bühne in „Thea Witt makt nich mit“, dem ersten Stück nach dem Neubeginn der Niederdeutschen Bühne Varel im Jahre 1972. In Komödien und Schauspielen wie „Fofftein“, „De Püjatz“, „Kiek mal wedder rin“ , „Minna mien Sööte“, „De ole Fischfro“ oder „Mudder is de Beste“ erwarb sie sich den Ruf einer „Heidi Kabel von Varel“.

Gertrud Büsing hatte 1963 den Weg zur Bühne gefunden. Ihr erstes Stück war „De Radikalkur“, ihr letztes Stück war „Allens klar, Herr Kommissar“. Sie machte auch beim Kindertheater mit, etwa als Großmutter im „Räuber Hotzenplotz“ oder als Oberhexe in „Die kleine Hexe“. Lange Jahre gehörte sie auch dem Vorstand der Bühne als Kassenwartin an. „Vorstandssitzungen bei Getrtrud, da fehlte nie ein Mitglied, denn es gab dann immer Tee und irgendetwas leckeres Selbstgebackenes“, sagt Udo Kollstede. In der Sketchgruppe brillierte sie, denn die meisten Stücke hatte sie selbst geschrieben. Legendär ist „De Maler“, ein Sketch um einen Besuch bei vermeintlichen Ärzten, der mehr als 60 mal lief (zu einem Auftritt sogar zweimal, weil das begeisterte Publikum die Akteure nicht von der Bühne lassen wollte). In den letzten Jahren war es still geworden um Gertrud Büsing, seit 2003 Ehrenmitglied der Niederdeutschen Bühne. Sie malte gerne und schrieb noch Geschichten und Sketche, obwohl ihr Augenlicht

schwächer wurde. Sie kam aber noch zu den Nachmittagsvorstellungen der Vareler Bühne. „Wir werden sie nicht vergessen“, sagt Udo Kollstede stellvertretend für die Vareler Bühne.