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Kultur Senza Replica mit Leidenschaft am Werk

Dirk Von Polenz

VAREL - Senza Replica – ohne Wiederholung, mit einem anderen Programm als im Vorjahr konzertierte die Vareler Bläserphilharmonie Senza Replica am Wochenende gleich zweimal in der Aula des Schulzentrums Arngaster Straße. Doch daher komme der Name nicht, erläutert Dirigent Friedhelm Stahl, das Repertoire sei riesengroß, auf Wiederholungen sei man nicht angewiesen, es sei denn die Zusammenstellung des Programms lege dies aus künstlerischen Gründen nahe.

Brahms zur Eröffnung

Der Abend wurde angemessen eröffnet mit der Akademischen Festouvertüre von Johannes Brahms, 1881 uraufgeführt, jedoch in einer Transkription von Tohru Takahashi, die auf die Streicher verzichtet. Es folgte ein dreisätziges Werk von Dimitri Schostakowitsch. Seine Kompositionen sind immer etwas überraschend und unkonventionell, das dargebotene Stück rekrutiert seine Sätze aus anderen Werken, Schostakowitsch hat quasi das Parodieverfahren des Barock wiederbelebt. So ungewöhnlich wie seine Kompositionen, so schwierig war Schostakowitschs Leben. Nach frühem Welterfolg fiel er unter Stalin in Ungnade, überlebte ihn jedoch und wurde später rehabilitiert.

Hintergrundinformationen wie diese erhielt das Publikum zwischen den einzelnen Darbietungen von Martina Muhr, die die Nachfolge von Bernd Passarge angetreten hat. Passarge, der über Jahre zwischen den Stücken moderiert hatte, musste die Aufgabe wegen beruflichen Umzugs aufgeben. Die Einführung in die Stücke war bei Martina Muhr, selber Musikerin, in guten Händen.

Die folgende „Saga Maligna“ von Bert Appermont handelt von Liebe, Intrigen und Eifersucht. Mit Leidenschaft brachte Senza Replica die farbenprächtige Musik zu Gehör, bevor es nach der Pause mit „March, Willing and Able“ schwungvoll weiterging. Der Komponist Satoshi Yagisawa hofft, „dass die Komposition von möglichst vielen Blasorchestern aus aller Welt gespielt wird“, Senza Replica hat seinen Teil dazu beigetragen.

Einen der Höhepunkte des Programms kündigte Martina Muhr mit folgenden Worten an: „Der Weltraum, unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 2200…“, die „Symphonie Suite from Star Trek“ von Michael Giacchino folgte. Giacchino hat sich einen internationalen Namen mit Musik für Filme und Videospiele gemacht, als die erste Folge von „Raumschiff Enterprise“ über die Schirme flimmerte, war er, Jahrgang 1967, jedoch noch gar nicht geboren.

Charlie Parkers „Birdland“

Mit einer Hommage an Charlie Parker, „Birdland“, bekannt durch die Gruppe „Weather Report“, ging das Konzert zu Ende, bevor mit „Der dritte Mann“ die erste Zugabe erfolgte. Das eigentlich auf der Zither zu spielende Stück ist die einzige bekannt gewordene Komposition des Österreichers Anton Karas, die ihn gleichwohl zu Weltruhm führte.

Ein abwechslungsreiches, hochinteressantes Programm ging zu Ende, das von der Bläserphilharmonie Senza Replica virtuos und klangvoll umgesetzt wurde. Neben den Blech- und Holzbläsern beeindruckten auch die vier Schlagwerker, die ständig wechselnde Instrumente und Einsätze zu bewältigen hatten.

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