VAREL - „Ticket to Ride“ ist einer der Beatles-Titel gewesen, die das Trio McWil'Ste jetzt bei einem Konzert im Bahnhof anstimmte, doch ein „Ticket to Ride“, also eine Fahrkarte, wollte fast niemand kaufen. Der Vareler Bahnhof zeigte wieder einmal auf beeindruckende Weise, dass er auch als Treffpunkt für Kultur und Musik bestens geeignet ist.
Die drei Musiker aus Varel und Reitland gaben reichlich Stücke mit Schwerpunkt auf den 1970er Jahren zum Besten, die beim Publikum offensichtlich bekannt und beliebt waren. Mehr als ein halbes Dutzend der Stücke kam von den Beatles. Cat Stevens, der unter anderem Namen noch heute aktiv ist, war mit zwei Stücken vertreten. „Knocking on Heavens Door“, „Bye, bye Love“ und „Born to be Wild“ hießen andere allseits bekannte Hits. Passend zum Bahnhofsambiente ertönte auch Jethro Tulls „Lokomotive Breath“. Versuchten die Zuhörer anfangs noch, das Konzert von den hübsch dekorierten Tischen aus zu verfolgen, bildete sich bald eine Traube von Menschen stehend direkt vor der „Bühne“. Die Stimmung war großartig.
Der ausgefallene Name der Band ergibt sich aus Bruchstücken der Namen der Musiker Wilfried Sander, Stephan Luque Aleman (beide Gitarre und Gesang) und Carsten McKenzie (Bass und Gesang). Obwohl das Trio immer wieder darauf hinwies, man müsse doch morgen früh in die Kirche und es sei schon spät, forderte und erhielt das Publikum eine Zugabe nach der anderen. Den Refrain des Stückes „Hey Jude“ sangen die Fans sogar alleine. Als die Musiker tatsächlich ihren wohlverdienten Feierabend bekamen, reichte die Zeit für die Besucher gerade noch, um den letzten Zug um Mitternacht zu erreichen. Einige machten davon Gebrauch, wie Holger Söker aus Wilhelmshaven.
Die Betreiber des Bahnhofs-Bistros „Gleis 11“, Michaela und Werner Johannes Duczek, waren sehr zufrieden mit dem Verlauf des Abends. „Offensichtlich ist der Bedarf für solche Geselligkeiten vorhanden“, sagte Duczek. Weitere Veranstaltungen im und um den Bahnhof, zum Beispiel ein Flohmarkt, sind in Planung
