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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Literatur: Sensationserfolg mit Drama über Bauernaufstand

21.02.2020

Varel /Oldenburg Mit 24 Jahren schaffte der Volksschullehrer Georg Ruseler einen Sensationserfolg am Hoftheater in Oldenburg. Sein Drama „Die Stedinger“, uraufgeführt im November 1890, zählte zu den meistbesuchten Stücken der Spielzeit 1890/91.

Das Stück begründete den Ruhm des Schriftstellers, der freilich nicht an den Erfolg seines Erstlingswerks anknüpfen konnte. Gleichwohl zählt Ruseler (eine große Auflage erreichte das Märchenbuch „Heiner im Storchennest“) zu den viel gelesenen Autoren des Oldenburger Landes.

Zu seinem 100. Todestag, der sich am 6. März jährt, wird der Vareler Ruseler-Kenner Rainer Urban in der Vortragsreihe des Heimatvereins Varel zum Thema „Der Mythos Stedinger im Wandel der Zeit“ sprechen. Der Vortrag findet statt am Donnerstag, 5. März, ab 20 Uhr, im Lothar-Meyer-Gymnasium Varel, Moltkestraße 11.

Neben Ruseler, der 1866 in Obenstrohe bei Varel geboren wurde, haben sich weitere Autoren an der Stedinger-Legende abgearbeitet, dem Kampf der Stedinger Bauern gegen Ritter und Kirche. Unter anderen hat der Oldenburger August Hinrichs (1879 bis 1956), selbst Schüler von Georg Ruseler, eine plattdeutsche und eine hochdeutsche Version des Bauerndramas geschaffen. Berüchtigt ist die Freilichtaufführung „De Stedinge“ nach Hinrichs’ Vorlage auf der Freilichtbühne „Stedingsehre“ bei Bookholzberg, einer Kultstätte der Nationalsozialisten. Der Mythos „Freiheit oder Tod“ in Hinrichs’ Stück kam der Nazi-Ideologie sehr nahe.

Urban beschäftigt sich mit den verschiedenen Stedinger-Rezeptionen und räumt mit einem Mythos auf. „Wir wissen nicht, was die Stedinger Bauern gefordert haben“, sagt Urban. „Mit guten Gründen kann man annehmen, dass es sich um Abgaben gehandelt hat.“ Und offenbar hat es „die Stedinger“ als homogene Volksgruppe auch gar nicht gegeben.

Der katholischen Kirche, die in Ruselers Stück schlecht wegkam (insbesondere der Erzbischof Gerhard II. von Bremen), galt Ruseler übrigens als „Sozialdemokrat“, schlimmstes Schimpfwort zu Kaisers Zeiten.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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