VAREL - Nicht nur der Inhalt überzeugte, sondern auch die Form: Sandra Abbenseth (37) aus Varel hat mit ihrer Kurzgeschichte Eene Fro to veel die Jury beeindruckt und ist als Preisträgerin des Borsla-Preises 2010 bekanntgegeben worden. Die Böseler Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur vergibt die Auszeichnung seit Jahren, um den Gedanken Bewahrung des Plattdeutschen aktiv zu unterstützen. Prämiert werden Werke, die in einer Sprache geschrieben sind, die immer mehr aus unserem Alltag verschwindet.
Universitäts-Professor Dr. Hermann Gelhaus begründete die Entscheidung für die Varelerin so: Frau Abbenseth liefert keine oberflächlich agierenden ,Döntjes, die nur auf das Amüsement des Lesers abzielt. Sie nutze vielmehr das kritische Potenzial ihrer Feder, um das Bewusstsein für gesellschaftspolitische und geschlechterspezifische Probleme zu schaffen.
Die Varelerin habe künstlerisch wertvolle Arbeit abgeliefert, so Gelhaus. Faszinierend sei die Form der Erzählung, so der Vorsitzende der Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur (Borsla), Dr. Josef Willers. Die Kurzgeschichte funktioniere wie eine Montage, in der mehrere Lebensgeschichten parallel erzählt werden.
Eine Besonderheit in diesem Jahr: Erstmals in der Geschichte des Preises wird er nicht in Bösel (Kreis Cloppenburg), sondern in der Nachbarstadt Friesoythe verliehen. Am Freitag, 12. November, wird im Kulturzentrum Alte Wassermühle in einer öffentlichen Preisverleihung Sandra Abbenseth geehrt. Die Laudatio hält Professor Dr. Hermann Gelhaus, die Festrede der Plattdeutsche-Experte Heinrich Siefer (Cloppenburg).
Friesoythes Bürgermeister Johann Wimberg und Dr. Josef Willer betonten, dass die Verlegung der Preisverleihung einmalig sei. Wimberg: Wir haben die Verleihung als einen Höhepunkt in das Programm des Plattdeutschen Jahres eingebunden. Der mit 2000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr von Friesoythern gestiftet.
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