VAREL - Hingebungsvoll versucht Martin Kruse (Harald Kaminski), seine Frau Brigitte (Bärbel Diekmann) zu verführen, zeitgleich versenkt Paul (Jan Fels) Pornofotos in der Toilette und Schwiegermutter Grete (Bärbel Freese) ruft aus dem Nebenraum. Mächtig zur Sache geht es in dem Stück „To’n Düvel mit den Sex“, mit dem Ulf Goerges bei der Niederdeutschen Bühne Varel sein gelungenes Regiedebüt gibt.

Schon der Einstieg ins Stück begeistert. Neben der Bühne erscheint in einem Fernseher eine Ansagerin, die eine Aufzeichnung aus dem Tivoli aus dem Jahr 1969 ankündigt. Dementsprechend geht es auf der Bühne Schwarz-Weiß zu. Sowohl Bühnenbild als auch Kostüme sind in Grautönen gehalten und stehen in krassem Gegensatz zu der kunterbunten Handlung: Ein Postpaket mit pornografischen Fotos sorgt für Wirbel. Brigitte will mit einem Versandhandel ihre Haushaltskasse aufbessern, doch statt der bestellten Keramik aus Dänemark bekommt sie Porno-Fotos zugesandt. Diese Fotos zwingen Brigitte und ihren Mann Martin zu den irrwitzigsten Verstellungen, kommt doch ausgerechnet jetzt nicht nur die Schwiegermutter, sondern auch noch der sittenstrenge Chef ihres Mannes zur Einquartierung.

Die Ereignisse überschlagen sich, den Fotos folgen weitere Pakete mit deftigen Sexfilmen und -spielzeug. Auch Paul, langjähriger Hausfreund, der sich schon oft als Retter in der Not bewährt hat, versagt völlig. Als dann noch zwei leichtbekleidete Damen in der Wohnung erscheinen, nimmt das Chaos seinen Lauf.

Die turbulente Handlung, die raffinierten Regieeinfälle und das brillante Spiel der Darsteller rissen das Publikum immer wieder zu spontanem Applaus hin. Insbesondere Harald Kaminski, Jan Fels und Bärbel Diekmann begeisterten mit ihrem leidenschaftlichen Spiel und sorgten für einen unvergessenen Theaterabend.

Weitere Aufführungen sind am 1., 4., 6., 8., 11., 13. 18. und 20. Februar jeweils um 20 Uhr im „Tivoli“.

Traute Börjes-Meinardus
Traute Börjes-Meinardus Redaktion Varel