Rastede - „Ich spiele einen alten Mann“, erzählt Linda Ponath aus Wahnbek. Rein äußerlich ist sie mit grau gemustertem Wollpulli, Hosenträgern und Nickelbrille bereits in ihre Rolle geschlüpft. Dennoch falle es ihr immer noch schwer, sich in diesen Charakter hineinzuversetzen: „Ich laufe beispielsweise oft zu schnell“, so die 14-Jährige.
Knapp zwei Wochen haben sie und ihre Schauspielkollegen von der Theaterwerkstatt der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Rastede noch Zeit, um sich optimal für ihren ersten Musicalauftritt vorzubereiten. Gemeinsam mit der Gitarrengruppe Aspalatus C werden sie dann am Freitag, 30. November, um 17 Uhr im Gemeindehaus am Denkmalsplatz ihr weihnachtliches Singspiel für große und kleine Leute aufführen.
Nach der Romanvorlage von Leo Tolstoi erwartet die Zuschauer das Stück „Ein großer Tag für Vater Martin“. Bei der zweiten gemeinsamen Probe war allen Beteiligten die Vorfreude auf dieses Ereignis anzumerken. Schwungvolle Gitarrenmusik, die glockenklare Melodie der Querflöte und mitreißender Gesang ergänzen die Aufführung der jugendlichen Laienschauspieler. „Das Stück ist uns schon vor zwei Jahren in die Hände gefallen“, erzählt Bianca Nüstedt-Buss und stellt für einen Moment ihre Gitarre zur Seite. „Daraus entstand die Idee, mit den Jugendlichen gemeinsam ein Singspiel aufzuführen. Als Diakonin Heike Scharf sofort begeistert zusagte, haben wir es dann in Angriff genommen“.
Für die Gitarrengruppe, die nun bereits seit vier Jahren besteht, ist es das erste Projekt dieser Art. Bisher spielten sie neuere Kirchenmusik, hatten Auftritte in Gottesdiensten und beim Gemeindekirchenfest oder trugen Adventsmusik vor. Das generationsübergreifende Singspiel wird daher für alle Beteiligten eine mit Freude erwartete Premiere.
Das Stück beschreibt Vater Martin, der allein in einem gemütlichen kleinen Dorf in Russland lebt. Er ist Schuhmacher und fast immer fröhlich. Eines Tages erwartet Vater Martin hohen Besuch. Doch alles kommt ganz anders. Er erlebt seine ganz eigene Weihnachtsgeschichte – und die Zuschauer in Rastede einen bewegenden Nachmittag, von dem sie wahrscheinlich fröhlich das „Besenkehrerlied“ pfeifend den Heimweg antreten werden.
Ein Eintrittspreis wurde übrigens nicht festgelegt. Die Beteiligten wünschen sich vielmehr eine Spende für die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde.
