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Buch Hitler starb doch beim Attentat

Reinhard Tschapke

VECHTA - Der deutsche Buchmarkt ist unergründlich. Dümmliche und überflüssige Werke – manche sagen, Charlottes Roches „Schoßgebete“ gehöre unbedingt dazu – landen auf den Bestsellerlisten. Andere Romane verschwinden ganz aus dem Sortiment, obwohl sie spannend, unterhaltsam, einzigartig sind. Christian von Ditfurths Roman „Der 21. Juli“ ist spannend, unterhaltsam, einzigartig. Und obwohl erst 2001 (also gerade eben) erschienen, ist er seit eineinhalb Jahren nicht mehr lieferbar. „Weder als Taschenbuch, noch als Einband“, weiß der Verleger Alfred Büngen in Vechta.

Himmler ermorden

Das Problem hat Büngen mit seinem Geest-Verlag gelöst: „Der 21. Juli“ liegt nun in einer feinen Ausgabe seines Verlages wieder vor. Und Verleger und Autor freuen sich ungemein, konnten sie doch direkt verhandeln, denn die Rechte lagen beim Autor.

Christian von Ditfurth (58) stammt aus einem alten Adelsgeschlecht. Er ist der Bruder der ehemaligen Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth. Mit „Der 21. Juli“ hat er eine alternative Weltgeschichte geschrieben: Adolf Hitler ist beim Attentat des 20. Juli ums Leben gekommen, Deutschland hat im Zweiten Weltkrieg die Atombombe entwickelt und angewendet und ist schließlich zur dritten Weltmacht neben USA und Russland aufgestiegen. 1953 will der CIA dann Minister Heinrich Himmler ermorden lassen, weil der eine Annäherung Deutschlands an Russland anstrebt.

Ditfurth weiß zu erzählen. Und obwohl alles naturgemäß unhistorisch ist, hetzt man durch die zahlreichen Seiten, um die aufregende Handlung zu verfolgen. Ditfurth ist ein gewiefter Autor alternativ-geschichtlicher Romane, ähnlich wie der Brite Robert Harris („Vaterland“). In „Die Mauer steht am Rhein“ hat Ditfurth zum Beispiel die DDR über die Bundesrepublik siegen lassen. Ein erschreckendes Szenario.

Hoimar von Ditfurth

Für den Geest-Verlag hat Ditfurth den „21. Juli“ sprachlich überarbeitet. Die Startauflage des Nachdrucks ist mit 500 Exemplaren eher bescheiden. „Wir drucken ja selber“, sagt Büngen. Je nach Nachfrage lässt er nachdrucken. Und im Übrigen könnte Büngen mit Ditfurth im Geschäft bleiben. Denn Ditfurth schreibt nicht nur Krimis und Sachbücher, er verwaltet auch die Rechte an den Werken seines Vaters. Das ist Hoimar von Ditfurth (1921–1989), der als Fernsehmoderator und populärwissenschaftlicher Schriftsteller eine ganze Generation prägte. Eine Sammlung seiner Schriften könnte bei Büngen in Vechta erscheinen.

Aber zunächst sollten sich alle Freunde von historisch fiktiven Romanen an Ditfurths „21. Juli“ erfreuen. Ein Schmöker, den man nicht aus der Hand legen möchte, sagt Büngen. Recht hat er.

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