VECHTA - VECHTA - Seit fünf Jahren betrachtet er das kirchliche Geschehen mit der ihm eigenen vornehmen Bescheidenheit von seinem Altersruhesitz auf Haus Stövern in Salzbergen (Kreis Emsland) aus. In diesen Tagen steht er aber noch einmal im Rampenlicht: Dr. Max Georg Freiherr von Twickel, von 1970 bis 2001 Bischöflicher Offizial und Weihbischof in Vechta, wird heute 80 Jahre alt. Am Sonntag, 2. September, würdigen sein Nachfolger Heinrich Timmerevers und Diözesanbischof Dr. Reinhard Lettmann (Münster) den Jubilar in einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Vechtaer Propsteikirche St. Georg.
Dabei wird der adelige Geistliche – wie zu Amtszeiten schon – darauf achten, dass nicht zuviel Aufwand um seine Person betrieben wird. Der kurze Draht zu den Menschen, insbesondere jungen Menschen, war ihm wichtiger als das Offiziöse. Bei allem Respekt, den die 270 000 Katholiken des Offizialatsbezirks Oldenburg für den Bischof empfanden, waren es gerade die Begegnungen am Wegesrand, die den gebürtigen Westfalen zum anerkannten Oldenburger machten: Als leidenschaftlicher Nicht-Autofahrer legte er auch seine dienstlichen Strecken, wenn’s irgend ging und die Zeit nicht zu knapp war, mit dem Fahrrad zurück. Ziemlich sportlich sogar. In Südoldenburg weiß noch heute jedes Kind, wer gemeint ist, wenn vom „schwarzen Blitz“ die Rede ist.
Als Spross aus dem Stammbaum des legendären Kardinals Clemens August Graf von Galen fühlte sich von Twickel stets in der Pflicht. So trug er – hart in der Sache, diplomatisch beim Verhandeln – nicht unwesentlich zum erweiterten Niedersachsen-Konkordat und den darin verankerten Konfessionsschulen bei. Das Land dankte es ihm und verlieh 1977 das Große Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens.
Eine Fahrradklingel mit Widmung wäre von Twickel wahrscheinlich lieber gewesen.
