• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kunst: Betonplatten als Grabplatten der 68er-Generation

18.12.2018

Vechta Das Berliner Kunsthaus Dahlem zeigt noch bis zum 7. Januar 2019 eine Ausstellung des in Vechta lebenden Künstlers Karl-Eckhard Carius mit dem Titel „Bodenworte/Urworte 68, Geblieben auf dem Schlachtfeld der Begriffe“.

Die aus 77 betexteten Betonplatten bestehende Bodeninstallation bezeichnet der Kulturphilosoph und Kunsttheoretiker Bazon Brock als ein „Generationen- und Epochendenkmal – Deckplatten über dem Ungeheuren: zum Selbstbewusstsein der 68er-Generatio“. Es geht um Begriffe wie Vietnamkrieg, Klassenkampf, Notstandsgesetze, Agent Orange/Napalm, Schlagstock, Rudi Dutschke und Antibabypille, Kommune 1, Rainer Langhans und Woodstock. Dabei erinnern die Betonplatten in der Tat an Grabplatten.

Zur Ausstellung erschien im Distanz-Verlag ein von dem Literatur- und Medienwissenschaftler Ralf Schnell herausgegebene Publikation „Carius#68+ – Im Labyrinth der Ereignisse“.

In seinem Einführungsvortrag zur Ausstellung sagte Bazon Brock: „Dies ist der bedeutendste Band über ,68’, den es überhaupt über einen Künstler gibt. Dieses Werk ist wirklich einmalig präzise, unprätentiös und besteht nicht aus radiografischen Überhöhungen oder nachträglicher Rechtfertigung. Das Eingeständnis ist eigentlich grandios, wenn Sie bedenken, dass ,68’ keineswegs der Bruch mit den Regeln war.“

Das reich bebilderte und grafisch hervorragend gestaltete Buch enthält Blicke auf Denkwege, Aktionen und Projekte von Karl-Eckhard Carius in der Phase der 68er Jahre. Es ist das künstlerische Dokument einer Zeit des Aufbruchs und der Rebellion. Diese und andere Aktionen, von denen das Buch erzählt, zeigen gleichermaßen das Scheitern einer Utopie und die Fähigkeit, radikal zu experimentieren. Bazon Brock bezeichnet den heutigen Designprofessor Carius als „einen der wenigen Überlebenden der damaligen Glücksradikalität“.

Karl-Eckhard Carius, geboren 1942 in Berlin, studierte in der 68er-Phase an der Hochschule für bildende Künste Berlin. 1994 erhielt er den Ruf an die Universität Vechta. Der heute emeritierte Professor für Designpädagogik gründete 2002 das „Institut für intermediäre Gestaltung“, dessen Direktor er bis 2008 war.

Am 6. Februar 2019 liest Carius in der Buchhandlung Thalia in Vechta (Bremer Tor) in einer Abendveranstaltung. Beginn ist um 19.30 Uhr. Aufgrund der begrenzten Sitzplätze sind Reservierungen erforderlich (Telefon: 04441/ 91 40 980).

Peter Linkert Redaktionsleitung Cloppenburg / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04471 9988 2800
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.