VENEDIG - VENEDIG/KU - „Ich bin immer gegen etwas“, sagte Thomas Schütte 1998. Eine große Ausstellung in Düsseldorf trug 2004 den treffenden Titel „Kreuzzug“. Er widersetzt sich jeder Einordnung. Nur gestern hat er sich nicht widersetzt, sondern geehrt gefühlt: Zur Eröffnung der 51. Kunstbiennale Venedig erhielt er, ausgesucht von einer internationalen Jury, den Goldenen Löwen als bester Künstler. Schütte präsentiert auf der Biennale Skulpturen und Grafiken. Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) zeigte sich gestern „hoch erfreut über den großen Erfolg“.
Geboren wurde Schütte am 16. November 1954 in Oldenburg als Sohn eines Diplomingenieurs. Er wuchs mit vier Geschwistern auf und studierte von 1973 bis 1981 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gerhard Richter und Fritz Schwegler. Bis heute lebt und arbeitet er in Düsseldorf.
Bereits früh suchte Schütte seine künstlerische Ausdrucksform. Zunächst kehrte er der Malerei den Rücken und wandte sich der Gestaltung von Innenräumen zu. Bekannt wurde er durch Architekturmodelle und Installationen, später durch figürliche Arbeiten. Ab Ende der 90er-Jahre schuf er große Figuren, darunter „Vier Schwestern“. Dabei pflegte er Humor und Zynismus.
Einzelausstellungen ehrten ihn u. a. in Paris, New York und London. Mehrmals nahm er an der „Documenta“ teil: „Die Fremden“, eine Figurengruppe aus Emigranten und Gepäck in Kassel, wurde 1992 zu einem Hauptanziehungspunkt. 1995 kehrte Schütte mit einer Schau in Oldenburgs Kunstverein zurück.
Infos: www.labiennale.org
