Jever - Verfremdung als Kunstprinzip: Die Ideen von Christa Marxfeld-Paluszak entstehen während des Arbeitsprozesses, einen Plan habe sie nicht, wenn sie ein neues Werk beginne.

Seit Sonntag können sich Kunstinteressierte in Jever nun intensiver mit dem Werk der Wilhelmshavenerin befassen – im Beisein zahlreicher Gäste wurde ihre Ausstellung „Collage – Phasen in Jahren“ im Lokschuppen eröffnet.

Wie der Titel bereits nahelegt, liegt der Schwerpunkt der Arbeiten im Bereich Kollage. Die Künstlerin konstruiert aus verschiedensten Elementen, etwa Zeitungsschnipseln, „eigentlich allem, was nicht niet- und nagelfest ist“, zu etwas Neuem und Eigenem. Da finden sich dann schon mal Bilder der Mona Lisa neben Schnipseln, die vom ersten Golfkrieg berichten.

Viele der Werke werden zusätzlich mit Wasserfarben verfremdet – eigentlich kommt Marxfeld-Paluszak von der Malerei. So verschwimmt der Kollagencharakter einiger Werke, es entsteht ein geschlossenes Ganzes. Kunsthistoriker Alexander Langkals, der die Einführungsrede hielt, lobte, auf welch ungewöhnliche Weise die Werke der Künstlerin die Dinge in einem anderen Lichte erscheinen ließen: „Isoliert von allem Bisherigen.“

Die ältesten der Kollagen von Christa Marxfeld-Paluszak stammen aus dem Jahr 1990. Die Künstlerin war bereits an zahlreichen Ausstellungen beteiligt, unter anderem präsentierte sie 2010 in der Volksbank Jever Landschaftsporträts. Ihre neue Ausstellung ist im Lokschuppen bis 9. Dezember montags, mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.