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NWZonline.de Nachrichten Kultur

„nix As Weg“ Im Staatstheater: Verliebt auf dem platten Land

03.02.2015

Oldenburg Erwachsen werden in einem kleinen Dorf auf dem platten Land, wo jeder jeden kennt, ist nicht einfach. Und wer dann noch wie Agnes so anders ist als die anderen, hat es besonders schwer, seinen Platz zu finden. Davon handelt das Stück „Nix as weg – Raus aus Åmål“ nach dem mehrfach preisgekrönten schwedischen Kinofilm „Fucking Åmål“ von Lukas Moodysson.

Die niederdeutsche Bühnenfassung von Cornelia Ehlers erlebte ihre Erstaufführung im Kleinen Haus des Staatstheaters. Unter der Regie von Michael Uhl, dem leitenden Regisseur des niederdeutschen Schauspiels, überzeugten die Jugendlichen, die vor allem aus dem Theaterclub „Platt’n Studio 14+“ kommen, auf ganzer Linie. Sie wurden zu Recht mit einem begeisterten, langanhaltenden Schlussapplaus belohnt.

Auf der Bühne, die mit vier Monitoren und einer Schräge karg, aber passend ausgestattet ist, wird schnell klar, wer zur Clique in Åmål gehört und wer das Sagen hat. Die Jugendlichen agieren mit viel Schwung und beeindrucken besonders durch ihre Körperarbeit beim Partymachen, Abhängen, Twittern, Posten und immer dann, wenn die Worte fehlen.

Ohne die Gesamtleistung zu schmälern, müssen die Hauptdarstellerinnen Fenna Benetz als Agnes und Neele Rowold als Elin hervorgehoben werden. Agnes ist lesbisch und verliebt in Elin. Als die sie aus einer Partylaune heraus küsst, gerät Agnes’ Gefühlswelt völlig durcheinander. Es ist eine der bewegendsten Szenen, wie Fenna Benetz wortlos über die Bühne taumelt, einsam und verzweifelt nach einem Halt suchend.

Überzeugend agiert Neele Rowold als spontane und lebenslustige Elin, die keine Party auslässt und auch einem Flirt mit Johannes (niemand kann so schön grinsen wie Nicolas Thomsen) nicht abgeneigt ist. Aber nach dem Kuss, den sie Agnes aufgedrückt und dafür fünf Euro kassiert hat, fahren auch ihre Gefühle Achterbahn.

Eigentlich hat Elin das Dorfleben satt. Sie will anders sein als die vermeintlichen Freunde, sie will weg. Weg von der Clique, weg von ihrer Schwester Jessica (Kristina Trey herrlich frech), mit der sie sich köstliche Zickenkriege liefert, weg von Johannes, der ihr auf die Nerven geht. Es ist ein schwieriger Weg, den Agnes und Elin gehen, bis sie sich zu ihrer Liebe bekennen können – glaubhaft verkörpert von zwei großen Talenten.

In den weiteren Rollen gefallen Annabella Olbrich, Pascal Oetjegerdes, Sinem Bingöl, Thorge Cramer und Björn Müller. Von der August-Hinrichs-Bühne stehen als einzige Erwachsene Petra Bohlen als Elins frustrierte Mutter und Alf Hauken als Agnes’ hilfloser Vater auf der Bühne.

Es ist schon etwas Besonderes, dass die Hauptakteure eines Stücks genauso jung sind wie die Figuren, die sie spielen. Sollte es Premierenbesucher gegeben haben, die sich deshalb auf eine verkrampfte Inszenierung auf Schultheaterniveau gefasst machten, so wurden sie eines Besseren belehrt.


Alle Theaterkritiken unter   www.nwzonline.de/premieren 
Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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